01.05.2004

EU + 10

Chancen für Telekoms in Beitrittsländern

Die Erweiterung der Europäischen Union durch zehn neue Beitrittsländer bedeutet für viele Technologiefirmen sowie Telekoms vor allem die Erschließung neuer Märkte und die Auslagerung von Betrieben bei günstigen Rahmenbedingungen.

Während bei den 15 bisherigen EU-Staaten das Wachstum aufgrund gesättigter Markte nur mehr beschränkt möglich ist, bieten die neuen Länder teilweise noch Raten im zweistelligen Bereich.

Im Umbruch befindet sich derzeit der Telefoniemarkt, der von zwei Entwicklungen gekennzeichnet ist: Der Liberalisierung und dem damit verbundenen massiven Einstieg westeuropäischer Anbieter sowie dem Zurückdrängen des Festnetzes durch den Mobilfunk.

Telekommärkte mit starkem Wachstum

Die Telekommärkte sind zudem von dem erst beginnenden Aufbau von Breitband-Internet sowie Privatisierungen geprägt.

Hohe Telefoniekosten

Die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Telekomdienste verzeichnet mit 465 Euro das kleine Slowenien, gefolgt von Ungarn [364 Euro], Tschechien [305 Euro], der Slowakei [239 Euro] und Polen [227 Euro]. In der EU liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz bei 671 Euro.

Staaten verstärken Investitionen

Währenddessen versuchen die Beitrittsländer mit Vergünstigungen die heimische IT-Durchdringung zu verstärken.

Mobilkom und chello profitieren

Von den österreichischen Anbietern haben bereits einige auf den Beitritt reagiert. So ist die mobilkom austria, die Mobilfunk-Tochter der Telekom Austria, bereits seit längerem über ihre Tochter Si.mobil in der Slowenien vertreten. Daneben ist die mobilkom auch über VIPnet in Kroatien vertreten.

Outsourcing in Beitrittsländer

Die EU-Beitrittsländer sind neben einer Reihe asiatischer Staaten aber auch die bevorzugten Ziele von Outsourcing-Projekten.

Nach dem "Offshore Location Attractiveness Index" [OLAI] der Managementberatung A.T. Kearney liegt Tschechien weltweit an vierter Stelle, wenn es um die Attraktivität als Zielland für die Auslagerung von Unternehmensprozessen geht, Polen auf Rang zehn und Ungarn auf Platz elf.