Festnetz-Kosten über EU-Durchschnitt
Das Telefonieren im Festnetz ist in der Slowakei teurer als in den anderen EU-Beitrittsländern in Mittel- und Osteuropa.
Laut einem von der slowakischen Tageszeitung "Sme" durchgeführten Vergleich nach Kaufkraftparitäten kosten drei Gesprächsminuten in der Slowakei 16,93 Kronen [0,42 Euro], in Tschechien 11,07 Kronen, in Ungarn 10,95 und in Polen 6,64. Der EU-Durchschnitt beträgt 5,95 Kronen.
"Der slowakische Telekom-Markt ist zwar dem Gesetz nach seit Anfang 2003 liberalisiert, der Festnetzmarkt wird aber nach wie vor von der Slovak Telecom beherrscht", heißt es.
Der Leiter der Telekommunikationsbehörde, Milan Luknar, will nach eigenen Angaben alle seine Kompetenzen ausnützen, um die Anzahl der Festnetzanbieter demnächst zu erhöhen.
Der Vizepräsident der Slovak Telecom, Pavol Kukura, wirft den alternativen Anbietern vor, immer höhere Forderungen zu stellen und zu keinerlei Zugeständnissen bereit zu sein. Nach Ansicht der Alternativen verlangt die Slovak Telecom zu hohe Leitungsgebühren.
Osteuropäische Telekommärkte holen aufMehr Anbieter nach EU-Beitritt
"Ich gehe davon aus, dass das spätestens mit dem Tag des Beitritts der Slowakei zur EU passieren wird", so Luknar.
Derzeit bewerben sich in der Slowakei 18 Unternehmen um Festnetz-Lizenzen. Laut Telecom-Chef Kukura könnten schon in den kommenden Wochen die ersten Verträge mit alternativen Anbietern abgeschlossen werden.
Der Vorsitzende des Verbandes der Telekommunikationsanbieter, Vladimir Ondrovic, ist aber skeptisch. Er befürchtet eine Verzögerung der Liberalisierung bis zum Frühjahr 2005.
