14.04.2004

IM OSTEN

Mobilfunk-Boom in den EU-Beitrittsländern

Die Telekom-Märkte der EU-Beitrittsländer befinden sich auf der Aufholjagd. Während in Westeuropa die jährlichen Zuwachsraten in der Telekommunikation geringer werden, boomt die Branche in zahlreichen Ländern Mittel- und Osteuropas.

Angesichts der tendenziell maroden Infrastruktur im Festnetzbereich und unzureichenden Abdeckung der Bevölkerung mit Telefonanschlüssen schiebt dabei vor allem der Mobilfunk das Wachstum an. Der Bereich garantiert mehr und mehr den flächendeckenden Zugang der Bevölkerung zur Telekommunikation.

Nach Zahlen des European Information Technology Observatory [EITO] erwirtschafteten die östlichen EU-Beitrittsländer [ohne Malta und Zypern] 2003 in der Telekommunikation einen Umsatz von 22,9 Milliarden Euro. Das waren im Schnitt fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Liberalisierung

Die Liberalisierung in der Festnetztelefonie sei eine der größten Veränderungen, die derzeit auf den osteuropäischen Telekom-Märkten stattfinde, schreibt EITO.

Vor 2003 hatten Länder wie Tschechien, Polen, Estland und Ungarn den Markt vollständig geöffnet oder zumindest bedeutenden Wettbewerb zugelassen.

Märkte

Polen, Tschechien und Ungarn sind mit großem Abstand die bedeutendsten Märkte unter den zehn Beitrittsländern. Auf sie entfallen rund 80 Prozent der Telekommunikations-Umsätze.

Player sind vor Ort

Der Mobilfunk hat die Festnetztelefonie inzwischen klar überflügelt. In Tschechien, Slowenien und Ungarn telefoniert im Schnitt bereits mehr als 80 Prozent der Bevölkerung mobil.

"Neukunden wählen oft einen Prepaid-Vertrag mit der Absicht, ihre Telefonbudget besser kontrollieren zu können", schreiben die Detecon- Unternehmensberater in einem Bericht über Mobilfunktrends in Osteuropa.

Wegen der Marktpotenziale haben sich auf diesen Märkten die großen Spieler der Branche längst etabliert: Die Deutsche Telekom ist unter anderem in Ungarn [Matav], Tschechien [T-Mobile] und Polen [PTC] aktiv. Die französische Orange [Polen, Slowakische Republik] und die britische Vodafone [Polen, Ungarn] haben sich ebenfalls auf den osteuropäischen Märkten etabliert.