05.04.2004

ZWEISTELLIG

IT-Wachstum in EU-Beitrittsländern

Der Markt für Informations- und Telekommunikationstechnologie [ITK] in den zehn EU-Beitrittsländern wird nach Branchenschätzungen je nach Land in den nächsten Jahren zwischen acht und 15 Prozent wachsen.

2003 beliefen sich alleine die IT-Ausgaben der Beitrittsländer auf 10,6 Mrd. USD [8,61 Mrd. Euro], so das internationale Beratungsunternehmen IDC.

Im Umbruch befindet sich derzeit der Telefoniemarkt, der von zwei Entwicklungen gekennzeichnet ist: der Liberalisierung und dem damit verbundenen massiven Einstieg westeuropäischer Anbieter sowie dem Zurückdrängen des Festnetzes durch den Mobilfunk.

Richtiger Startzeitpunkt bereits vorbei

Eine "grüne Wiese" für westeuropäische Firmen findet man bestenfalls noch in den kleinen Beitrittsländern und in den ländlichen Regionen. In den Ballungsgebieten sind inzwischen alle großen Anbieter vertreten.

"Die Wettbewerbsbedingungen sind hier mit denen in Westeuropa vergleichbar", so der Geschäftsführer des österreichischen IT-Osteuropaexperten S&T, Karl Tantscher.

Dass es in Österreich zu einem Massenexodus heimischer ITK-Betriebe in die EU-Beitrittsländer kommt, schließt Tantscher aus, da die großen Unternehmen ohnehin schon alle in den Ostländern aktiv seien.

"Wer jetzt noch nicht in den Beitrittsländern ist, hat den richtigen Startpunkt schon fast verpasst", so auch T-Systems-Österreich-Chef Rudolf Kemler.

Vorreiter Estland

"Musterschüler" Slowenien hat bei Computern in Privathaushalten bereits die Ausstattungsrate von Österreich erreicht.

Neben Slowenien gilt Estland als eines der fortschrittlichsten Länder unter den Beitrittskandidaten.

Laut einem EU-Bericht aus dem Jahr 2002 wurde der Telekom-Markt Estlands schon Ende der 90er Jahre weitgehend liberalisiert. Der Mobilfunksektor hat sich seither sehr erfolgreich entwickelt, bereits 2002 wurde eine Penetrationsrate von 50 Prozent überschritten.

Noch weiter ist Estland bei den Internet-Anschlüssen. "Die Internet-Versorgung ist die dichteste der mittel- und osteuropäischen Länder", so das Urteil der EU.

Slowakei, Slowenien und Tschechien

In der Slowakei betrug die Anschlussdichte im Festnetz 2002 etwa 32 Prozent, 40 Prozent hatten ein Handy.

Slowenien, wo die mobilkom austria mit der Mobilfunktochter si.mobil vertreten ist, hat bereits im November 2001 eine UMTS-Lizenz vergeben. 2002 betrug die Penetrationsrate im Mobilfunk 69 Prozent. Im Festnetz erreichte 2002 die Versorgung 41 Prozent.

Neben den Slowenen sind laut EU-Bericht die Tschechen die größten Handyliebhaber. Auf dem Markt sind, bei einer mit Slowenien vergleichbaren Penetrationsrate, drei Mobilfunkbetreiber tätig und zwei der drei verfügbaren UMTS-Lizenzen wurden bereits vergeben.