Die IT-Woche im Überblick
In Österreich wird die heimliche Online-Durchsuchung von PCs bereits 2008 möglich sein. Der neue One-Chef präsentiert seine Strategie für das Unternehmen, das iPhone öffnet sich und Google verzeichnet neuerlich eine kräftige Gewinnsteigerung. Das war die IT-Woche vom 14. bis 20. Oktober.
Online-Durchsuchung ab 2008
Während in Deutschland noch die Verfassungsmäßigkeit des Polizei-Trojaners geprüft wird, geht Österreich einen Schritt weiter. Innenminister Günter Platter [ÖVP] und Justizministerin Maria Berger [SPÖ] einigten sich am Mittwoch darauf, dass die verdeckte Online-Durchsuchung in Österreich eingeführt wird. Bereits 2008 sollen die Ermittler über das Netz auf Festplatten Verdächtiger zugreifen können.
Zum Einsatz kommen soll die heimliche Online-Durchsuchung beim Verdacht schwerer Verbrechen, auf die mindestens zehn Jahre Haft drohen. Die Durchsuchung soll es nur auf Anordnung des Staatsanwalts mit richterlicher Genehmigung im Einzelfall geben. Eine Arbeitsgruppe soll nun technische und prozedurale Details klären.
An Kritik zu den Plänen des Innenministers und der Justizministerin mangelte es nicht.
Standortdaten und GSM-Überwachung
Auch ein weitere, vom Innenministerium geplante Gesetzesnovelle, sorgte Anfang der Woche für Aufregung.
Der grüne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz warnte am Montag davor, dass Innenminister Günter Platter [ÖVP] mit Hilfe einer Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes den Behörden das Abhören von Telefongesprächen via Mobilfunk ohne richterliche Kontrolle ermöglichen wolle.
Schrumpfende Festplatte
Der japanische Elektronikkonzern Hitachi berichtete von einem Durchbruch bei der Festplattenproduktion und schrumpft die Leseköpfe auf bis zu 30 Nanometer.
YouTube filtert Videos
Google gab am Montag bekannt, den schon seit längerem angekündigten automatischen Videofilter für YouTube in einer Betaversion aktiviert zu haben.
Um sich vor weiteren Klagen der Medienindustrie zu schützen, will Google auch YouTube-Accounts löschen, die wiederholt geschützte Inhalte hochgeladen und damit Beschwerden der Copyright-Inhaber ausgelöst haben.
Einem Bündnis aus US-Medienkonzernen, das am Donnerstag Richtlinien zum Schutz von Urheberrechten bei Veröffentlichungen im Internet vereinbart hat, schloss sich Google hingegen nicht an.
One-Zukunftspläne präsentiert
Der neue One-Chef Michael Krammer gab am Mittwoch Einblick in seine Pläne zur Zukunft des drittgrößten österreichischen Mobilfunkanbieters. Der Markenwechsel von One zum neuen Miteigentümer Orange soll in der zweiten Jahreshälfte 2008 über die Bühne gehen. Vor einem Kundenverlust durch die Neupositionierung fürchtet sich Krammer nicht: "Wir gewinnen noch Kunden dazu."
Das in Frankreich exklusiv von Orange vertriebene Apple-Multimediahandy iPhone wird One vorerst nicht im Angebot haben.
IPhone "giftig", aber bald offen
Damit erspart sich der neue One-Chef Wickel mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die den iPhone-Hersteller Apple vergangene Woche wegen der Verwendung mehrerer gefährlicher Chemikalien im iPhone kritisierte.
Apple-Chef Steve Jobs kündigte unterdessen an, vom kommenden Jahr an auch Programme von Drittanbietern auf dem Mulitmediahandy zulassen zu wollen. Die nötigen Informationen dafür sollen Programmierer im Februar erhalten.
RIAA zieht gegen Usenet vor Gericht
Der US-Tonträgerindustrieverband RIAA zeigte sich vergangene Woche weiter in Klagelaune. Wie am Dienstag bekannt wurde, brachte der Verband der Musikkonzerne Klage gegen den Newsgroup-Anbieter Usenet.com wegen Urheberrechtsverletzungen ein.
Jammie Thomas, die im ersten Schwurgerichtsprozess ach einer Klage wegen Urheberrechtsverletzungen in Online-Tauschbörsen vor kurzem zu einer Geldbuße von 222.000 Dollar verurteilt wurde, strebt unterdessen eine Wiederaufnahme des Verfahrens an.
Berichtssaison bei Technologieunternehmen
In der vergangenen Woche präsentierten auch zahlreiche Technologie- und Mobilfunkunternehmen ihre Quartalszahlen. Google verzeichnete eine Gewinnsteigerung von 46 Prozent. Yahoo vermeldete einen Gewinnrückgang. EBay hatte unter Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Skype-Zukauf zu leiden.
Verluste meldete auch der Chiphersteller AMD. Konkurrent Intel konnte sich ebenso wie IBM und Nokia über Gewinnsteigerungen freuen.
