Konzerne wollen "Web 2.0" filtern

vereinbarung
19.10.2007

Technik gegen Piraterie

Ein Bündnis aus US-Medienkonzernen wie Walt Disney, Microsoft und der MTV-Mutter Viacom hat am Donnerstag Richtlinien zum Schutz von Urheberrechten bei Veröffentlichungen im Internet vereinbart.

Die Vereinbarung sieht technologische Lösungen vor, um zu verhindern, dass Internet-Nutzer urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Erlaubnis veröffentlichen können, und umfasst insgesamt 15 Punkte.

Videoplattformen boomen

Auslöser der Übereinkunft einer Gruppe von Konzernen ist der Boom von Websites wie YouTube, auf denen die Nutzer selbst Videos veröffentlichen können. Oftmals werden dabei urheberrechtlich geschützte Materialien ohne Erlaubnis der Copyright-Inhaber auf die Seiten geladen und allgemein zugänglich gemacht.

Klagen in Milliardenhöhe

Das hat inzwischen zu einige Klagen geführt. So hat beispielsweise Viacom eine Klage über eine Milliarde Dollar gegen Google und seine Videoseite YouTube erhoben.

Google schloss sich der Vereinbarung am Donnerstag nicht an. Analysten gehen aber davon aus, dass sich Google daran beteiligen werde, wenn die Richtlinen zum Standard in der Internet-Branche würden. Viacom-Chef Philippe Dauman sagte zudem am Donnerstag, er könne sich trotz der Klage eine Zusammenarbeit mit Google vorstellen.

Auch Google filtert

Google hatte erst am Montag die Betaversion seines Filtersystems "YouTube Video Identification" aktiviert, mit dem es den Nutzern erschwert wird, urheberrechtlich geschütztes Material hochzuladen.

YouTube und andere Video-Websites greifen auch auf das Inhalte-Erkennungssystem der kalifornischen Firma Audible Magic zurück, das mit Hilfe von Samples in der Lage ist, geschützte Inhalte automatisch zu identifizieren.

(Reuters)