Die IT-Woche im Überblick

30.09.2007

Mobilkom-Chef Boris Nemsic ließ diese Woche mit Mobilfunk-Nachhilfestunden für Handy-"Spielzeug"-Anbieter Apple aufhorchen, und die österreichische Datenschutzkommission wird entsprechend der EU-Datenschutzrichtlinie umgebaut - das war die Woche vom 23. bis 29. September.

"IPhone kann nur zufällig telefonieren"

Nemsic, Chef des heimischen Mobilfunkers mobilkom austria, erteilte iPhone-Hersteller Apple diese Woche Mobilfunk-Nachhilfestunden.

Apple sei eine brillante Marketingmaschine, die Usability sei auch brillant, "nur bei den Telefonen müssen sie noch lernen". Das iPhone sei ein liebes Spielzeug, aber "als Telefon? Forget it, das ist kein Telefon, das kann zufällig telefonieren."

Jobs verstehe den europäischen Mobilfunkmarkt nicht, der deutlich weiter entwickelt sei als Apples Heimatmarkt in den USA, so Nemsic weiter.

Ob das iPhone heuer noch nach Österreich kommen wird? "Ich muss Ihnen sagen, mir ist viel wichtiger, dass es Schnee gibt - zum Skifahren", so Nemsic.

Neustart für Datenschutzkommission

Die österreichische Datenschutzkommission soll nach Jahren des Ignorierens der EU-Datenschutzrichtlinie nun in eine EU-rechtkonforme Instanz umgewandelt werden.

Für die Vorsitzende der Kommission, Waltraut Kotschy, und Datenschützer Hans Zeger ist der vorliegende Gesetzesentwurf zwar längst überfällig, inhaltlich jedoch "total nebulos" und die Zuständigkeitsregelungen seien "eine Schnapsidee der gemeinen Art".

Das EU-Recht sieht eine weisungsfreie Instanz vor, die völlig unabhängig, mit eigener Personalhoheit und eigenem Budget ausgestattet, auch den Behörden auf die Finger schauen soll.

Von all dem kann im Falle der österreichischen Datenschutzkommission bisher nicht die Rede sein, diese ist direkt im Bundeskanzleramt angesiedelt.

Online-Wissensressource Austria-Forum

An der TU Graz ist am Montag das Informationssystem Austria-Forum vorgestellt worden.

Nach dem Willen seines Initiators Hermann Maurer soll das neue System mit der Hilfe ehrenamtlicher Editoren und Experten zur wichtigsten Wissensressource über Österreich im Web heranwachsen.

Das Austria-Forum will strukturierte und zitierfähige Informationen zur Geschichte und politischen Struktur Österreichs bieten. Auch das bekannte Österreich-Lexikon aeiou.at ist in das neue Projekt eingebunden.

Zielgruppe für das Informationssystem sind vor allem Schüler und Studierende sowie deren Lehrer.

Wikipedia wird verlässlicher

Die deutschsprachige Version der Wikipedia will unterdessen verlässlicher werden. In der Standardansicht der Online-Enzyklopädie sollen nur noch Artikel aufscheinen, die von erfahrenen Autoren als frei von Verunstaltungen gekennzeichnet werden.

Offenes Glasfasernetz für Wien

Bewohner der Wiener Bezirke 3, 10, 11, 12, 16, 22 und 23 können sich beim Anblick einer Baustelle vor der Haustür nun freuen: Im Rahmen der regulären Straßenarbeiten werden von Wienstrom auch gleich Glasfaserkabel verlegt.

Die Glasfaser-Infrastruktur bietet Internet-Verbindungen mit Up- und Download-Raten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde.

Konzipiert als Open-Access-Netzwerk haben Kunden den Vorteil, ihre Produkte frei wählen zu können und nicht mehr an einzelne Anbieter gebunden zu sein.

Die Palette an möglichen Services reicht neben klassischem Internet und Voice-over-IP-Telefonie über IPTV und Gaming bis zu Backup-Diensten und Überwachungslösungen.

EU-Technologieinstitut soll nach Wien

Das EU-Parlament hat den Vorschlag der Kommission zur Einrichtung eines Europäischen Technologieinstituts unterstützt. Österreichische Politiker werben nun dafür, dass die neue Institution in Wien angesiedelt wird.