Internet-TV erobert Europa
Internet-TV ist zwar bisher vor allem wegen urheberrechtlicher Fragen nicht richtig in die Gänge gekommen, soll aber in den nächsten Jahren einen Boom erleben.
Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "European IPTV: Mass assessment and forecast to 2009" der beiden Marktforscher Screen Digest und Goldmedia.
Demnach wird die Zahl der IPTV-Abonnenten in Europa bis 2009 von derzeit rund 660.000 auf 8,7 Millionen ansteigen. IPTV werde dann ein Zehntel des europäischen Pay-TV-Marktes ausmachen.
Technisch ist die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen über das Netz längst möglich, doch in Österreich können die Provider wegen urheber- und verwertungsrechtlicher Fragen noch nicht starten.
Urheberrecht verzögert Internet-TVFrankreich hat die meisten Nutzer
Bisher sind IPTV-Anbieter in Europa meist Telekomunternehmen wie France Telecom und Free Telecom in Frankreich, dem zurzeit führenden IPTV-Markt mit insgesamt 281.000 Nutzern.
Die Telekoms sind aufgrund der rückläufigen Umsätze im Festnetzgeschäft auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern. Der Trend geht dabei zu "Triple Play" , der Kombination von breitband, Internet und Unterhaltungsangeboten wie IPTV oder Video on Demand.
Größter europäischer IPTV-Anbieter ist laut der Studie das italienische Unternehmen Fastweb mit 190.000 Kunden.
Zwei Geschäftsmodelle
In Europa seien derzeit zwei interessante Geschäftsmodelle erkennbar: Entweder die IPTV-Anbieter schnüren ihre eigenen Pakete in Kooperation mit TV-Unternehmen wie Belgacom oder sie kooperieren generell als alternative Plattform mit etablierten Pay-TV-Anbietern wie in Frankreich.
IPTV soll im Jahr 2009 einen Anteil von 9,4 Prozent am europäischen Pay-TV-Markt haben, wobei die Studie unter Pay-TV sowohl Premium-Angebote [wie etwa Premiere] als auch sonstige TV-bezogene Gebühren [Kabelgebühr] versteht.
Inode startet 2006
Der heimische Provider Inode will ab 2006 österreichweit
Fernsehprogramme über das Netz schicken und so als Konkurrent zu
Kabelnetzbetreibern auftreten.
Inode startet Testlauf für Netz-FernsehenTelekom Austria werkt an IPTV
Neben Inode plant in Österreiich auch die Telekom Austria ein Triple-Play-Angebot: Für Herbst war der Start von Internet-TV mit einem Basisangebot von 40 Kanälen, einer virtuelle Fernsehzeitschrift und Filmen auf Abruf angekündigt worden.
Das Service, das beim Nutzer einen Breitbandanschluss und den Erwerb einer Set-Top-Box voraussetzt, ist aber bisher noch nicht verfügbar.
Keine Preisangaben
Genaue Tarife zu den neuen Services gaben bisher weder Telekom
Austria och Inode bekannt.
Telekom als Kabelfernseh-Konkurrent
