22.06.2005

IPTV

Telekom als Kabelfernseh-Konkurrent

Ab Herbst bietet die Telekom Austria [TA] neben Telefonie und Internet auch Fernsehen an. Damit will der Konzern die Kundenabwanderung zu den Kabelfernsehbetreibern auffangen.

"AonDigital TV" wird im Basispaket 40 Fernsehkanäle und einige Radiosender umfassen, auch eine elektronische Fernsehzeitschrift ist integriert.

Daneben können Premium-Kanäle im Bereich Sport, Unterhaltung, Kinder und Erotik und einzelne Filme via Video on Demand [VoD] dazugekauft werden.

Ab Herbst startet das digitale Fernsehangebot in Wien, ab 2006 werden zunächst die Landeshauptstädte und dann der ländliche Bereich erschlossen.

Tarife noch nicht bekannt

Voraussetzung für das "aonDigital TV"-Angebot sind ein Breitband-Internet-Zugang [ADSL] und eine Set-Top-Box für den Anschluss an den Fernseher.

Der ADSL-Anschluss muss dabei nicht zwingend von der TA sein, auch die Nutzung über andere Provider ist möglich. Mit günstigen Komplettangeboten will die TA den Interessenten den hauseigenen ADSL-Anschluss schmackhaft machen.

Genaue Tarife wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Auf eines der attraktivsten Features von Digital-TV verzichtet die TA jedoch: Das zeitverzögerte Fernsehen via Time-Shift, das ein Unterbrechen und späteres Fortsetzen von Sendungen ermöglicht, ist nicht integriert, auch kommt das TV-Angebot zwar mit elektronischem EPG, aber ohne digitale Videorecorderfunktion.

Grund für den abgespeckten Start sind fehlende Lizenzen der Inhalteanbieter, die naturgemäß jede Möglichkeit, Werbung zu überspringen, scheuen.

Die Videorecorder-Funktion kann daher laut TA erst später nachgereicht werden.

Später auch Shoppen via Fernsehen

Nach und nach sollen auch interaktive Anwendungen wie Spiele, Shopping-Möglichkeiten und E-Government-Applikationen folgen, die dann einfach über die Benutzeroberfläche angewählt werden können.

Derzeit benötigt IPTV im MPEG2-Format eine Bandbreite von drei MBit pro Sekunde. Damit ist die gleichzeitige Nutzung von Breitband-Internet, zwei TV-Geräten und natürlich Sprachtelefonie möglich.

Die Umstellung auf MPEG4 soll die Kompression steigern, der Wechsel zur nächsten DSL-Generation "ADSL 2+" die Bandbreite weiter auf bis zu acht MBit pro Sekunde erhöhen.