04.11.2005

IPTV

Urheberrecht verzögert Internet-TV

Zwar basteln Provider wie Inode seit längerem an Fernsehangeboten via Internet, doch komplexe urheberrechtliche Fragen verzögern bisher den Start.

Konkret geht es um die Time-Shift-Funktion, über die zeitversetztes Fernsehen wie das Unterbrechen und spätere Fortsetzen von Sendungen möglich wird.

Dabei speichert der Provider das komplette Fernsehprogramm auf seinem Server, der Kunde kann es bis zu 24 Stunden später abrufen.

Der urheber- und verwertungsrechtliche Rahmen dafür stellt sich noch recht vage dar.

Inode und Infotech

Inode und Infotech haben das Produkt im Sortiment, verweisen aber auf Rechtsunsicherheiten und vermarkten IPTV mit Time-Shift eigenen Angaben zufolge noch nicht.

"Wir wären grundsätzlich startklar", so Inode-Sprecherin Gabriela Mair. "Allerdings fehlen die gesetzlichen Rahmenbedingungen." Man führe weiterhin Gespräche mit den Betroffenen, um Kompromisse zu finden.

Ähnlich die Lage bei Ocilion der "IPTV-Tochter" des oberösterreichischen Providers Infotech. "Da sind noch einige Dinge abzuklären", sagt Geschäftsführer Hans Kühberger.

Infotech bewirbt IPTV inklusive Timeshift auf seiner Homepage, bietet es laut Kühberger derzeit aber "nur lokal in Ried im Innkreis" an.

Zurverfügungstellung nicht abgedeckt

Das Problem liegt dabei darin, dass Fernseh-Sender zwar die Rechte für die Ausstrahlung eines Programms, ob über Kabel, Antenne oder Satellit, kaufen.

Doch die Speicherung auf dem Server eines Dritten sei dadurch nicht gedeckt, meint Karl Pachner vom ORF. "Das Recht zur 'Zurverfügungstellung' erwerben wir mit dem Senderecht nicht."

Derzeit existieren noch keine Geschäftsmodelle, welche diesen Internet-TV-Bereich abdecken.