28.11.2005

ÖSTERREICH

Biometrie-Pässe ab dem Frühsommer

Im Frühsommer 2006 werden in Österreich die ersten Pässe mit einem Chip für die Speicherung biometrischer Daten ausgegeben.

Der Beschluss dafür ist am Dienstag im Ministerrat erfolgt, im Jänner soll das Parlament seine Zustimmung geben.

Der E-Pass wird gemäß einer EU-Vorgabe eingeführt und soll laut Innenministerin Liese Prokop [ÖVP] vor allem mehr Fälschungssicherheit bringen

In einigen Jahren sollen die meisten Flughäfen mit Gesichtserkennungs-Scannern ausgerüstet sein, welche das im Pass gespeicherten JPEG-Bild per Kamera mit den Gesichtern der Passinhaber abgleichen.

Datenschützer: Unausgereift und fehlerhaft

Datenschützer bemängeln jedoch generell, dass die Lesegeräte für die Pässe noch nicht praxistauglich seien.

Bei Tests des deutschen Amts für Sicherheit in der Informationstechnik von verschiedenen Techniken seien in etlichen Fällen Personen anhand von Scans des Gesichts oder der Fingerabdrücke nicht erkannt worden, so der deutsche Chaos Computer Club [CCC].

Pass kommt nach fünf Tagen per Post

Statt sofort bekommt man den Biometrie-Reisepass ab dem Frühsommer erst nach fünf Tagen per Post zugestellt. Grund dafür ist der Zeitaufwand zur Erstellung des Chips.

Das elektronische Lichtbild wird im neuen Pass nicht mehr geklebt, sondern gedruckt. Die Fotodaten werden zusätzlich für die elektronische Gesichtserkennung auf einem Chip abgelegt.

Für die neuen Ausweisfotos gelten strengere Richtlinien als bisher, so darf darauf etwa nicht mit geöffnetem Mund oder blitzenden Zähnen gelacht werden, da dies die Scanner für die Gesichtserkennung irritieren würde.

Fingerabdruck folgt 2009

In weiterer Folge sollen auch zwei Fingerabdrücke digital erfasst und auf dem Pass gespeichert werden.

Deutschland will damit bereits 2007 starten, in Österreich soll der Fingerabdruck laut Innenministerium frühestens 2009 folgen.