Debakel bei Biometrie-Pässen befürchtet
Der Chaos Computer Club [CCC] hat erneut vor der Aufnahme biometrischer Merkmale in neue Reisepässe gewarnt.
Angesichts der "unzulänglichen Technik" und der "enormen Kosten" drohe ein "High-Tech-Debakel", teilte der Verein Anfang September in Hamburg mit.
Nach Angaben des CCC haben die vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [BSI] getesteten Verfahren - Gesichts-, Fingerabdruck- und Iriserkennung - in drei bis 23 Prozent aller Fälle die Personen nicht erkannt.
Zehntausende zurückgewiesene Menschen täglich
Wenn diese Systeme tatsächlich flächendeckend in der
Passkontrolle eingesetzt würden, stünden täglich Zehntausende
zurückgewiesene Menschen auf den Flughäfen, weil ihre Fingerabdrücke
oder digitalen Fotos von der Software nicht akzeptiert würden,
befürchtet der CCC.
Die Studie "Bio PII" des BSI [pdf, 172 Seiten]"Teuer, unausgereift, unsicher"
"Hier wird ein teures, unausgereiftes und unsicheres System eingeführt", sagte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn.
Der CCC, der wiederholt Schwachstellen in technischen Großsystemen aufgedeckt hat, hatte die kürzlich vom BSI veröffentlichte "Bio P II"- Studie ausgewertet. In der Studie wurden die drei biometrischen Verfahren im vergangenen Jahr auf Praxistauglichkeit untersucht.
