Jeder Fünfte liest seine Zeitung online
72 Prozent lesen ihre tägliche Zeitung nach wie vor bevorzugt in der Printversion, sieben Prozent lesen zu etwa gleichen Teilen Online- und Printausgaben, so eine Online-Erhebung des US-Marktforschers Nielsen//NetRatings.
Die meistgelesene US-Tageszeitung im Internet ist demnach die "New York Times" vor "USA Today" und der "Washington Post".
"Ein signifikanter Teil der Zeitungsleser hat seine Präferenzen von der Print- zur Online-Ausgabe verlagert", so Gerry Davidson, Analyst bei Nielsen//NetRatings. Die Tageszeitungen hätten sich dieser Entwicklung auch schon angepasst und Online-Strategien entwickelt, so Davidson weiter.
Bei den Online-Lesern sind Männer mit 53 Prozent in der Mehrheit. Leser der Printausgaben sind hingegen zu 57 Prozent weiblich.
Beim 58. Weltkongress der Zeitungen und dem 12. Weltforum der Chefredakteure Anfang Juni diskutierten die Teilnehmer über Strategien für ihre Produkte.
Zeitungen suchen Weg ins Internet"New York Times" vor "USA Today"
Die Online-Ausgabe der "New York Times", nytimes.com, war im Mai dieses Jahres die meistgelesenste Zeitung im Netz, mit 11,3 Mio. Unique Visitors [UV, plus 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr].
"USA Today" kommt auf 9,2 Mio. UV [plus 15 Prozent] und die "Washington Post" auf 7,4 Mio. UV [plus zehn Prozent]. Die viertplatzierte Tageszeitung, die "Los Angeles Times", ist mit nur 3,75 Mio. UV bereits deutlich abgeschlagen.
Die populärste Marke im Internet [gemessen an den Website-Besuchern] ist Yahoo, gefolgt von Microsoft und MSN. Google belegt den vierten Platz vor AOL auf Rang fünf.
Die großen Suchmaschinen-Anbieter wie Yahoo und Google setzen ebenfalls zunehmend auf News im Netz.
Mit einer neuen Technologie namens "Trust rank" will Google seine Nachrichten-Suche im Netz verbessern.
Vertrauen für Googles News-SucheYahoo sucht nach kostenpflichtigen News
Erst diese Woche hat Yahoo eine tief gehende Suche für kostenpflichtige Zeitungsinhalte vorgestellt, die üblicherweise nicht von Suchmaschinen erfasst werden.
Die Inhalte werden deswegen allerdings nicht gratis angeboten, auch hierbei ist fürs Lesen ein Abo notwendig. Derzeit sind unter anderem das "Wall Street Journal" und die "Financial Times" bei Yahoo Subscriptions durchsuchbar.
Bei ihren News-Ageboten müssen die Suchmaschinen allerdings zunehmend auf die einzelnen Nutzungsrechte Rücksicht nehmen.
Während die Nachrichtenagentur AFP bereits erfolgreich dagegen interveniert hat, bei Google News vertreten zu sein, freut sich Reuters bisher über jeden zusätzlichen Besucher auf seiner Website.
News im Netz gefragt und umkämpft
