Zeitungen suchen ihren Weg ins Netz
Beim 58. Weltkongress der Zeitungen und dem 12. Weltforum der Chefredakteure waren sich die Teilnehmer einig: In Zeiten der "allgegenwärtig vernetzten Gesellschaft" müssen sich die Zeitungen neu positionieren.
Dafür brauche es die Bereitschaft für Erneuerungen und Experimenten bei der Gestaltung des eigenen Produkts und dem Einsatz neuer Medien, so die einhellige Meinung. Für den Weltverband der Zeitungen [WAN] befindet sich die Branche 400 Jahre nach dem Erscheinen der ersten gedruckten Zeitung im Prozess einer "Wiedergeburt".
Dem Vormarsch des Internets hielten Vertreter führender Tageszeitungen zudem vermeintliche Stärken entgegen. "Das wichtigste Gut der Zeitungen ist ihre Glaubwürdigkeit", so der Vorsitzende der New York Times Company, Arthur Sulzberger. Darin unterscheide sie sich von anderen Medien.
Für viele wird es die Zeitung in Zukunft in mehrfacher Ausprägung geben, neben der Printausgabe und online auch als flexible, folienartige Bildschirme [E-Paper], auf denen sich Nachrichten und Informationen ständig aktualisieren.
Zukunft der Nachrichten liegt im InternetZeitungen unverzichtbar machen
Die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" konnte beispielsweise eine Million zahlender Abonnenten für seine mobilen Telefondienste durch die Einrichtung von "Mitgliederklubs" gewinnen. "Unsere Zukunft hängt von unserer Fähigkeit ab, das Internet zu nutzen," so Präsident Shinichi Hakoshima.
Doch wurde während des Kongresses auch deutlich, dass es die Zauberformel für den Erfolg beim Online-Auftritt einer Zeitung oder für das richtige Zeitungsformat, beispielsweise die Umstellung vom herkömmlichen Großformat auf eine kleinere "Kompaktzeitung", nicht gibt.
"Seit wir wissen, dass unsere Kunden eine unglaubliche Zahl an Medienoptionen haben, müssen wir dafür sorgen, dass ihre Tageszeitung eine unverzichtbare Wahl ist." Wie das zu bewerkstelligen ist, sei die eigentliche Frage in allen Sitzungen des Kongresses gewesen, so Sulzberger.
