13.11.2004

MEDIEN

Zukunft der Nachrichten liegt im Internet

Die Zukunft der Nachrichten-Berichterstattung liegt im Internet.

Traditionelle Medienhäuser müssten lernen, wie sie ihre Produkte auf Kunden, die schnelle und personalisierte Informationen wünschen, zuschneiden, erklärte Associated Press-Chef Tom Curley.

Die Verbreitung von Breitband-Anschlüssen führe dazu, dass Computer und ihre Nutzer in Zukunft immer online seien, so Curley weiter. Dies ändere zudem die Machtverteilung.

Nicht mehr die Medienkonzerne würden festlegen, was wann gesehen oder gelesen wird, sondern die Nutzer könnten selbst über Online-Newssites, Suchmaschinen und Videorekorder bestimmen, was sie wissen wollen und wann und wo sie darüber informiert werden.

Hobby-Paparazzis mit Kamerahandy

"Man muss sich daran gewöhnen, dass alles 'gegoogelt', 'deep-linked' und 'geTivot' wird," so Curley.

Schon zeigen sich erste Auswirkungen dieses Online-Trends in der Berichterstattung. So werde etwa immer mehr Video-Material für den multimedialen Gebrauch gedreht, so Curley.

Manche Zeitungen rufen ihre Leser inzwischen gar dazu auf, Schnappschüsse aus dem Kamerahandy zur Auffrischung aktueller Berichte zur Veröffentlichung im Internet zu liefern. Besonders begehrt sind dabei zufällig geschossene Fotos von Prominenten.

Dies könnte zu einer wahren Flut an Hobby-Paparazzis führen, wenn sich das heimliche Knipsen auch noch finanziell lohnt.

Weblogger wollen Journalisten sein

Auch würden immer mehr Netz-User ihre eigenen News und Ideen via Weblogs verbreiten.

Schätzungen zufolge posten die weltweit vier Millionen Blogger etwa 400.000 Meldungen pro Tag.

Für die Nachrichtenagenturen werde es dadurch immer schwerer im Online-Newsgetöse nicht überhört zu werden, so der AP-Chef.

Trotzdem glaubt Curley daran, dass die großen Medienkonzerne überleben werden. "Die Blogger brauchen eine Grundlinie an Fakten und Analysen auf denen ihre Kommentare basieren", ist er überzeugt.