08.06.2003

3G WODKA

Bildquelle: DoCoMo

Brennstoffzellen für die UMTS-Akzeptanz

Das japanische Mobilfunkunternehmen NTT DoCoMo, weltweiter Vorreiter bei der mobilen Internetnutzung, will spätestens 2005 ein Hauptproblem bei der UMTS-Akzeptanz, nämlich die geringen Akkulaufzeiten der 3G-Geräte, mit Brennstoffzellen-Handys lösen.

Kunden des DoCoMo-UMTS-Services, der unter dem Namen "FOMA" vermarktet wird, klagen ähnlich wie jetzt in Österreich vor allem über die kurze Einsatzdauer ihrer Handys.

"Wenn alles glatt läuft, sehen wir die ersten [Brennstoffzellen-] Modelle sogar schon nächstes Jahr auf dem Markt," kündigte jetzt DoCoMo-Chef Keiji Tachikawa an.

Die Nutzer sollen dann den Brennstoffzellen-Nachschub [in der Regel Methanol, eventuell aber auch schlicht Wodka] einfach in einer Kartusche "von der Größe eines Feuerzeugs" mit sich führen können.

UMTS als Wachstumsbremse

NTT DoCoMo wollte mit UMTS sein Wachstum nahtlos fortsetzen, hat bis dato aber einige Niederlagen einstecken müssen. Durch den Erfolg des mobilen Multimedia-Dienstes i-Mode verwöhnt, sollte die Einführung von 3G-Diensten den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden [ARPU] erhöhen.

Seit dem Marktstart im Vorjahr blieb der Erfolg von FOMA allerdings hinter den Erwartungen. Bis Februar 2003 konnten erst 152.000 Kunden gewonnen werden, weniger als die Hälfte der ohnehin schon vorsichtigen Schätzungen.

Die Akkuleistung war dabei bisher ein Hauptgrund, wieso die japanischen Konsumenten zögerten, sich ein FOMA-Handy zuzulegen.

Akku-Laufzeiten auch hierzulande ein Problem

Vor rund einem Monat sind Österreichs Handymarktführer mobilkom austria und der asiatische Mobilfunkbetreiber Hutchison mit der dritten Handytechnologie UMTS in Österreich gestartet.

Kritik von den Kunden gibt es laut Hutchison kaum beim Netz, bemängelt würden hingegen die geringe Akkuleistung und der vergleichsweise hohe Preis der Handys.

Brennstoffzellen vor Serienreife

Brennstoffzellen als Alternative zu herkömmlichen Akkus nähern sich generell immer mehr der Serienreife.

Brennstoffzellen erhalten ihre Energie durch kontrollierte "Verbrennung" eines Brennstoffs. Meist wird Methanol verwendet; als Restprodukt bleibt Wasser übrig. Die Energiedichte ist viel höher, außerdem kann eine Methanolkartusche innerhalb von Sekunden gewechselt werden.

Derzeit haben bereits mehrere Unternehmen Prototypen entworfen, die mittlerweile sehr nah an der Serienreife liegen.