Brennstoffzellen für die UMTS-Akzeptanz
Das japanische Mobilfunkunternehmen NTT DoCoMo, weltweiter Vorreiter bei der mobilen Internetnutzung, will spätestens 2005 ein Hauptproblem bei der UMTS-Akzeptanz, nämlich die geringen Akkulaufzeiten der 3G-Geräte, mit Brennstoffzellen-Handys lösen.
Kunden des DoCoMo-UMTS-Services, der unter dem Namen "FOMA" vermarktet wird, klagen ähnlich wie jetzt in Österreich vor allem über die kurze Einsatzdauer ihrer Handys.
"Wenn alles glatt läuft, sehen wir die ersten [Brennstoffzellen-] Modelle sogar schon nächstes Jahr auf dem Markt," kündigte jetzt DoCoMo-Chef Keiji Tachikawa an.
Die Nutzer sollen dann den Brennstoffzellen-Nachschub [in der Regel Methanol, eventuell aber auch schlicht Wodka] einfach in einer Kartusche "von der Größe eines Feuerzeugs" mit sich führen können.
Von welchem Hersteller die Brennstoffzellen-Handy kommen sollen, erwähnte Tachikawa allerdings nicht.
Schnaps versorgt Handy mit StromUMTS als Wachstumsbremse
NTT DoCoMo wollte mit UMTS sein Wachstum nahtlos fortsetzen, hat bis dato aber einige Niederlagen einstecken müssen. Durch den Erfolg des mobilen Multimedia-Dienstes i-Mode verwöhnt, sollte die Einführung von 3G-Diensten den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden [ARPU] erhöhen.
Seit dem Marktstart im Vorjahr blieb der Erfolg von FOMA allerdings hinter den Erwartungen. Bis Februar 2003 konnten erst 152.000 Kunden gewonnen werden, weniger als die Hälfte der ohnehin schon vorsichtigen Schätzungen.
Die Akkuleistung war dabei bisher ein Hauptgrund, wieso die japanischen Konsumenten zögerten, sich ein FOMA-Handy zuzulegen.
Mit einem neuen FOMA-Handy, das im Februar auf den japanischen Markt gebracht wurde und dessen Akku-Laufzeit schon deutlich über den ersten Modellen liegt, gelang es DoCoMo aber schon die 3G-Kundenzahl auf 480.000 zu steigern.
UMTS mit Startproblemen in JapanAkku-Laufzeiten auch hierzulande ein Problem
Vor rund einem Monat sind Österreichs Handymarktführer mobilkom austria und der asiatische Mobilfunkbetreiber Hutchison mit der dritten Handytechnologie UMTS in Österreich gestartet.
Kritik von den Kunden gibt es laut Hutchison kaum beim Netz, bemängelt würden hingegen die geringe Akkuleistung und der vergleichsweise hohe Preis der Handys.
Von der mobilkom ist zwar zu hören, dass die im Vergleich zu herkömmlichen GSM-Handys geringe Akkuleistung des Siemens U10 "kaum" kritisiert werde, dies wird aber darauf zurück geführt, dass sich "die Pionier-Kunden" in der Regel schon vor dem Handykauf gut über die Ausstattung des Geräts informieren würden - was für den Massenmarkt allerdings nicht gelten kann.
Ein Monat UMTS in ÖsterreichBrennstoffzellen vor Serienreife
Brennstoffzellen als Alternative zu herkömmlichen Akkus nähern sich generell immer mehr der Serienreife.
Brennstoffzellen erhalten ihre Energie durch kontrollierte "Verbrennung" eines Brennstoffs. Meist wird Methanol verwendet; als Restprodukt bleibt Wasser übrig. Die Energiedichte ist viel höher, außerdem kann eine Methanolkartusche innerhalb von Sekunden gewechselt werden.
Derzeit haben bereits mehrere Unternehmen Prototypen entworfen, die mittlerweile sehr nah an der Serienreife liegen.
Anlässlich der Cebit hat etwa Toshiba eine Brennstoffzellen-Dockingstation vorgestellt, die bis zu 20 Watt an Strom erzeugt. Die Station wird direkt an den Laptop angeschlossen und bietet mit einer 100-Milliliter-Kartusche Strom für zehn Stunden. Die Brennstoffzelle wiegt derzeit noch 900 Gramm. Einen anderen Weg geht das Unternehmen NEC - dessen Gerät wiegt nur 400 Gramm.
Brennstoffzellen vor Serienreife
