UMTS mit Startproblemen in Japan
Der größte japanische Mobilfunker NTT DoCoMo will mit UMTS sein Wachstum fortsetzen, hat bis dato aber einige Niederlagen einstecken müssen.
Durch den Erfolg des mobilen Multimedia-Dienstes i-Mode verwöhnt, soll die Einführung von 3G-Diensten den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden [ARPU] erhöhen.
Die UMTS-Technologie wird unter dem Namen "FOMA" vermarktet.
Seit dem Marktstart im Vorjahr bleibt der Erfolg von FOMA hinter den Erwartungen. Bis dato konnten erst 152.000 Kunden gewonnen werden, weniger als die Hälfte der ohnehin schon vorsichtigen Schätzungen.
Zum Vergleich: Der "2,5-G-Dienst" i-Mode hat nicht weniger als 36 Millionen Kunden an Land gezogen und ist bis dato das erfolgreichste mobile Multimedia-Projekt der Welt.
Keine Geräteengpässe mehr
Nun haben sich zumindest die Geräteengpässe aufgelöst - der Kunde
hat nun die Wahl zwischen fünf UMTS-Handys, einem UMTS-Handheld,
einem Router und einer PC-Card. Bei i-Mode kann er freilich zwischen
knapp zwei Dutzend Geräten wählen.
NTT DoCoMoi-Mode ist "überwältigender Erfolg"
"i-Mode ist ein überwältigender Erfolg. Von unseren knapp 43 Millionen Kunden nutzen immerhin 85 Prozent den Multimedia-Dienst", so ein DoCoMo-Manager stolz zur futureZone. Doch im Gespräch auf der 3GSM-Messe in Cannes muss er zugeben, dass UMTS noch nicht an den i-Mode-Erfolg anknüpfen kann.
"Immerhin haben wir eben ein neues FOMA-Handy auf den Markt gebracht", ergänzt er. Das F2051 kann Videoclips per Mail verschicken und verfügt endlich über eine längere Standby-Zeit von bis zu 230 Stunden. Das ist mehr als drei Mal so viel wie andere Modelle. Die Akkuleistung war bisher ein Hauptgrund, wieso die japanischen Konsumenten zögerten, sich ein FOMA-Handy zuzulegen.
Inkompatibilität zu 2G-Netzen
Problem Nummer zwei ist die Inkompatibilität mit bestehenden 2G-Netzen. Da die FOMA-Netze bei weitem nicht so stark ausgebaut sind wie ihre 2G-Pendants, muss sich der Kunde auch noch mit einer unzureichenden Coverage zufrieden geben. In Europa werden alle UMTS-Handys auch ein GSM-Modul eingebaut haben, um dieses Problem zu umgehen.
Von den möglichen zwei Megabit pro Sekunde werden bei UMTS in Japan derzeit 384 Kilobit/s down und 64 Kilobit/s up genutzt.
Hauptkonkurrent KDDI kann bereits auf fünf Millionen 3G-Kunden verweisen. Sein Vorteil: Das 3G-Netz basiert auf CDMA2000 und ist voll mit dem bisher implementierten CDMA-System abwärtskompatibel.
