22.08.2002

VERSUCH

Bildquelle: aol

AOL mit Content- und Werbeoffensive

Der erst vor zwei Wochen ernannte neue Chef von America Online [AOL], Jonathan Miller, will offensichtlich mit breit angelegten Aktionen das schwächelnde Online-Geschäft wieder in Schwung bringen, das derzeit den Schwachpunkt im Medienkozern AOL Time Warner darstellt.

AOL will vor allem einen neuen Anlauf zur Vermarktung eigenen Contents und den Aufbau einer E-Commerce-Sparte wagen, um die Einnahmen zu steigern. Dazu soll von den meisten Nutzern als Belästigung empfundene aber lukrative "Rich Media"-Werbung das Geschäft ankurbeln.

Ein ähnliches Content-Projekt des Unternehmens ist allerdings schon einmal gescheitert und vor fünf Jahren eingestellt worden. In der heutigen Situation versprechen sich die Verantwortlichen jedoch deutlich bessere Möglichkeiten, Gewinne zu erwirtschaften.

Synergien im Konzern

Angebote wie Chats mit Stars, die bei Time Warner unter Vertrag stehen, Movie-Trailer aus laufenden Produktionen und Videos mit Reisetips sollen auf AOLs "Portal" gegen Bezahlung angeboten werden.

Die Angebote sollen gleichzeitig dazu dienen, mehr Kunden für die US-Breitband-Zugänge des Unternehmens zu gewinnen.

Außerdem könnte sich das Merchandising von Film-, Musik- und Sport-Stars, die bei einer der zahlreichen Tochterfirmen unter Vertrag sind, als gewinnträchtiges Geschäft erweisen.

Bunt, bewegt und laut

Das schwächelnde Werbegeschäft, das in den letzten Quartalen jeweils zweistellige Umsatzrückgänge verzeichnen musste, will AOL mit dem Angebot von "Rich Media"-Werbung wieder in Schwung bringen.

Bislang hat sich AOL auf diesem Gebiet in Zurückhaltung geübt. Massive Schaltungen von Werbung, die sich im Zweifelsfall über den ganzen Bildschrim bewegt und von Sound begleitet wird, dürfte allerdings bei den Besuchern der Site, die ohnehin ein vergleichsweise schlechtes Image hat, wenig Anklang finden.