Fall und Wiederaufstieg der IT-Branche
YLine ist seit mehreren Tagen in Konkurs, Blue C ist mit einem Kurs weit unter einem Euro bereits ein so genannter Pennystock, CyberTron und Update.com sind auf dem direkten Weg dorthin.
Und von Lion.cc wird wohl nicht mehr als der Name übrig bleiben.
Der Eindruck, dass die gesamte IT-Branche am Boden liegt, ist allerdings völlig falsch.
Erwischt hat es in erster Linie börsennotierte Unternehmen, die ihr explosives Wachstum nicht verkrafteten. Der weitaus überwiegende Großteil der Branche hat die IT-Krise mehr oder weniger unbeschadet überstanden.
Welche Blitzkorrekturen und Schwenks in den jeweiligen Unternehmensstrategien dafür nötig waren, zeigt sich in dieser Serie der FutureZone.
"Lion.cc" noch fünf Millionen ATS wertDie Dot.com-"Todeslisten"
Eine Umfrage der FutureZone im Anhang an einen Artikel über so
genannte Dot.com-Todeslisten fand man in den Chefetagen
österreichischer Dot.coms
naturgemäß wenig amüsant.YLine, Update, CyberTron
Der renommierte "Platow Börsenbrief" hatte Mitte Juli 2000 sieben Unternehmen, unter anderem Gigabell, als überlebensunfähig erklärt. Der "Prior-Börsenbrief" hatte Werte wie Gigabell, artnet.com, fluxx.com, Netlife und DataDesign auf seine Liste gesetzt. Das Anlegermagazin "Capital" hatte ebenfalls mehrere Dot.coms auf seine "Todesliste" gesetzt - darunter Artnet.com, Cybernet und Edel Music.
In Österreich wurden daraufhin Werte wie YLine, Libro [wegen Lion.cc], Update.com, Webfreetv.com, Betandwin.com und CyberTron kritisch beäugt. Die Kurse dieser Werte waren damals bereits weit unter den Höchstständen.
Absturz fing erst richtig an
Seitdem sind die Aktien ins Bodenlose abgestürzt - Libro um 97,7
Prozent, CyberTron um 95, Betandwin.com um 79,1, YLine um 99,5 und
Update.com um 88,5 Prozent.
Todeslisten für Start-ups etwas verfrühtUS-Dot.coms verlieren 88 Prozent
In den USA haben Dot.coms im Vorjahr 88 Prozent ihres Wertes verloren, wie das Marktforschungsunternehmen BizVida berichtet. Der durchschnittliche Aktienkurs von Internet-Firmen betrug zum Jahresende 7,33 USD.
Das waren 51 Prozent des durchschnittlichen Ausgabepreises und 76 Prozent des Wertes, den die Papiere nach Ende des ersten Handelstages erreicht hatten.
Eigene Friedhöfe kümmern sich um die sterblichen Überreste verblichener Dot.coms.
Tote Dot.coms sehen Dich anDie erste globale IT-Krise hat sich durchaus heterogen manifestiert und vor allem EDV-Dienstleister und Security-Spezialisten gar nicht berührt.
So überlebten wir das Dot.com-SterbenOptimistischer Ausblick
Dazu passend das "optimistische Manifest" der
New-Economy-Zeitschrift "Net-Business". "Der Fortschritt der
Informationstechnologie gerät frühestens ins Stocken, wenn die
Computertechnologie so effizient ist wie das Leben selbst. Und das
dauert", so Punkt 58 des 95 Punkte umfassenden Manifests.
Optimismus trotz Dot.com-Krise
