18.04.2001

OPTIMISMUS

Bildquelle: PhotoDisc

Zeichen für Trendwende an den Tech-Börsen

Die Technologiebörsen haben gestern erstmals seit fast einem Jahr auf eine potenzielle Hiobsbotschaft nicht mit einer hektischen Abwärtsbewegung reagiert, was zu vorsichtigem Optimismus Anlass bietet:

Der Verlauf des gestrigen Handelstages deutet darauf hin, dass die Kurse tatsächlich den lang ersehnten "Boden" erreicht haben, die schlechten Nachrichten waren demnach in den Kursen schon inbegriffen.

Die New Yorker Technologiewerte haben gestern trotz einer Gewinnwarnung von Cisco durchschnittlich Kursgewinne verzeichnet. Die Marktstimmung habe durch die Gewinnwarnung zwar einen Dämpfer, jedoch keinen Schock erlitten, sagten Händler. Der Nasdaq-Composite-Index notierte bei Handelsschluss 0,71 Prozent fester bei 1.923,16 Zählern.

Sogar Cisco-Aktien gingen mit einem moderaten Minus von 3,2 Prozent bei 16,65 USD aus dem Handel.

Schlechte Botschaft schon im Kurs

Dass es angesichts der Gewinnwarnung nicht zu einem größeren Schock im High-Tech-Sektor kam, begründeten Händler damit, dass die schwachen Cisco-Zahlen vom Markt bereits erwartet worden seien.

"Der Technologiesektor hat aus seinem Tief zu Beginn der Sitzung herausgefunden, was zeigt, dass Nachfrage nach Aktien besteht", sagte Charles Payne von Wall Street Strategies.

Unterstützung habe der Markt zudem von der unerwartet angestiegenen US-Industrieproduktion sowie von moderat ausgefallenen US-Konsumentenpreise erhalten, hieß es.

Gute, schlechte Nachrichten

Eine weitere Konsolidierung könnten die Börsen durch Intels Quartalszahlen erfahren, die gestern nach Börsenschluss bekannt gegeben wurden. Die Börsen in London und Frankfurt begannen ihren Handel jedenfalls mit deutlichen Kurssprüngen.

Intel hat im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahr 80 Prozent weniger Gewinn erwirtschaftet. Das Unternehmen erzielte demnach einen operativen Quartalsgewinn von 485 Millionen USD nach 2,7 Milliarden im Vorjahr.

Diese Zahlen lagen allerdings höher als die nach unten korrigierten Erwartungen der Analysten, was die Intel-Aktien im nachbörslichen US-Handel um zwölf Prozent steigen ließ.