12.03.2001

BODENLOS

Bildquelle: nasdaq/orf on

Jubiläumsmassaker an der Nasdaq

Die Nasdaq hat gestern eine würdige Jubiläums-Performance zum einjährigen Geburtstag ihres Abstieges geboten.

Besonders dramatisch war dabei die nachhaltige Unterschreitung der 2.000-Punktemarke, die der Index erstmalig im Juli 1998 berührt hatte, um sie im Dezember 1998 dauerhaft zu durchbrechen.

Zum letzten Mal hatte die Nasdaq am 16. Dezember 1998 unter 2.000 Punkten notiert.

Am 10. März 2000 [in diesem Jahr ein handelsfreier Samstag] hatte die Nasdaq mit 5.048,62 Punkten ihren Höhepunkt erreicht und damit noch scharenweise neue Anleger auf den augenscheinlich ewig wachsenden Markt gelockt.

Optimisten im März 2000

Während es vor einem Jahr zunächst noch hieß, dass die Nasdaq und in ihrem Gefolge die internationalen Technologie-Börsen nur ein Zwischentief durchliefen und die Rally danach weiterginge, wurde zum Monatsende klar, dass sich eine tief greifende Wende abspielte.

In der letzten Märzwoche, in der der Index bei 4.572 Punkten schloss, war die Party dann endgültig zu Ende und auch optimistische Marktbeobachter gingen von einer nachhaltigen Korrekturphase aus.

Wie lange diese andauern würde, wurde allerdings Ende März 2000 drastisch unterschätzt. Pessimistische Vorhersagen glaubten immer noch an ein Ende des Abschwungs bis zum Jahresende - die zuversichtlichen Branchenvertreter glaubten sogar, dass der Spuk innerhalb weniger Wochen beendet sein würde.

Angst, Panik und bodenloser Fall

Die täglichen O-Töne der Nachrichtenagenturen vom Börsenparkett hören sich der Lage entsprechend verzweifelt an:

"Unter den Anlegern herrscht Angst und Enttäuschung vor." Oder: "Ich sehe nicht den Boden, ich sehe auch keine Nachrichten, die den Markt positiv stimmen dürften", hieß von verschiedenen Händlern.

Den Hauptantrieb des Abwärtstrends lieferten heute Cisco und Ericsson. Die Titel von Cisco gingen mit einem Minus von 8,79 Prozent auf 18,81 USD aus dem Handel.

Das Unternehmen hatte am Freitag bekannt gegeben, wegen der schwachen US-Konjunktur bis zu 5.000 seiner rund 45.000 Stellen zu streichen.

Mehr Verlierer

Auch Intel blieb am Montag in der Verlustzone und notierten 5,73 Prozent schwächer auf 27,75 USD.

Ebenfalls im Minus schlossen die Aktien Microsofts, die 8,38 Prozent tiefer auf 51,94 USD aus dem Handel gingen. Zuvor hatten Microsoft und das Online-Auktionshaus eBay eine strategische Allianz zur Entwicklung von E-Commerce-Anwendungen verkündet. eBay verloren 7,17 Prozent auf 31,56 USD.

Fast ebenso schwach schlossen die Titel des weltweit größten Mobiltelefon-Produzenten Nokia , die 6,14 Prozent auf 21,40 USD verloren.

Auch unter Druck gerieten Juniper Networks, die 9,45 Prozent auf 49,68 USD verloren.