Cisco mit Gewinn- und Umsatzwarnung
Cisco hat eine Gewinn- und Umsatzwarnung herausgegeben. Nach Börsenschluss am Montag prognostizierte das Unternehmen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzrückgang von rund 30 Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten.
Cisco hatte im zweiten Quartal 6,7 Milliarden USD [7,57 Mrd. Euro] umgesetzt. Der Umsatz dürfte im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gegenüber dem dritten Quartal stagnieren oder um bis zu zehn Prozent niedriger liegen.
Der Pro-Forma-Gewinn pro Aktie wird im dritten Quartal im sehr niedrigen einstelligen Bereich liegen, erklärte das Unternehmen. Die Cisco-Aktien sind auf Grund der düsteren Prognosen im nachbörslichen Handel unter Druck gekommen.
Zugleich kündigte Cisco an, 8.500 Mitarbeiter nach Hause zu schicken. Darunter seien 2.500 Teilzeit- und Kontraktarbeitnehmer. Wie aus einem Schreiben des Cisco-Finanzchefs Larry Carter an die Mitarbeiter hervorgeht, will das Unternehmen den Entlassenen bis zu sechs Monate die Gehälter und Sozialleistungen weiter bezahlen, außerdem sind angeblich ausführliche Hilfestellungen bei der Jobsuche vorhergesehen.
Cisco bricht mit US-Business-RegelnEinmalig schlechte Lage
Cisco machte die weltweite Wirtschaftslage, die Abschwächung auf dem globalen Telekom-Markt und die Verlangsamung der Informationstechnologie-Ausgaben der Unternehmen für die schlechten Aussichten verantwortlich.
Die Herausforderungen bei Kapitalausgaben und im makroökonomischen Bereich "schwappen" nach Darstellung des Unternehmens "auch auf andere Regionen" über.
In Europa sind vor allem der Service-Anbieter- und der Unternehmensbereich schwach. Korea, Taiwan, Australien und Japan tendieren ebenfalls schwächer. "Das geschäftliche Umfeld in unserem Segment der IT-Branche hatte noch nie solche Herausforderungen gestellt", erklärte Cisco-Chef John Chambers.
Umstrukturierung
Cisco erwartet im dritten Quartal eine Sonderbelastung von 800 Millionen bis 1,2 Milliarden USD für die Umstrukturierung.
Davon entfallen 300 bis 400 Millionen USD auf die Stellenstreichungen. Cisco verspricht sich Kostenersparnisse von einer Milliarde USD pro Jahr.
Der Rest entfällt auf Abschreibungen für überflüssige Betriebe und Investments. Der Netzwerkausrüster erwartet aber im dritten Quartal noch eine Sonderbelastung von 2,5 Milliarden USD für das überhöhte Inventar. Cisco verwies in diesem Zusammenhang auf den unerwarteten Nachfragerückgang. Am Ende des dritten Quartals dürften noch Lagerbestände im Wert von 1,6 Milliarden USD vorhanden sein.
