16.04.2001

UNAMERIKANISCH

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Cisco bricht mit US-Business-Regeln

Die anhaltende Entlassungswelle in den IT-Branchen wird insbesondere in den USA in der Regel recht ruppig exekutiert: Dot.com-Angestellte erhalten ihr Entlassungsschreiben oft ohne Kommentar und mit sofortiger Wirkung.

Cisco will bei den anstehenden Massenentlassungen im Unternehmen jetzt aber offensichtlich einen anderen Weg einschlagen.

Wie aus einem Schreiben des Cisco-Finanzchefs Larry Carter an die Mitarbeiter hervorgeht, will das Unternehmen den Entlassenen bis zu sechs Monaten die Gehälter und Sozialleistungen weiter bezahlen, außerdem sind angeblich ausführliche Hilfestellungen bei der Jobsuche vorhergesehen.

Unternehmenskultur

Cisco begründet seine für US-Verhältnisse außergewöhnlichen Maßnahmen mit seiner Unternehmenskultur ["Cisco's long-standing cultural values"].

Carter zitiert in diesem Zusammenhang in seinem Schreiben an die Mitarbeiter den Unternehmens-Chef John Chambers: "Wir wollen unsere Angestellten so behandlen, wie wir selbst behandelt werden wollen."

Dementsprechend sollen alle Betroffenen zwei Monate über ihre Entlassungen hinaus ihre Gehälter und Sozialleistungen erhalten, unter bestimmten Voraussetzungen sogar sechs Monate lang.

Darüber hinaus sollen alle Entlassenen bei der Jobsuche unterstützt werden, wobei die Vermittlung an Geschäftspartner im Vordergrund stehen soll.

Downsize

Cisco beschäftigt derzeit weltweit rund 49.000 Mitarbeiter, von denen 44.000 fest angestellt sind.

Das Unternehmen hat im März angekündigt 3.000 freie und 5.000 feste Mitarbeiter zu entlassen.

Die Entlassungen werden Cisco nach eigenen Angaben rund 400 Millionen USD kosten.