07.10.2005

HANDYMASTEN

EU bereitet Klage gegen Österreich vor

Die EU-Kommission werde Österreich "aller Voraussicht nach" wegen der Handymastensteuer klagen, so die Zeitung [Samstag-Ausgabe].

Die Dienststellen der für Telekommunikation zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding hätten dem Vernehmen nach bereits das kommissionsinterne Verfahren zur Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen die Republik Österreich wegen der Handymastensteuer gestartet.

Derzeit liege die Sache beim juristischen Dienst, wo in Konsultation mit anderen Dienststellen die abschließende Prüfung und Formulierungen der Details erfolge.

Nachteil für neue Anbieter

Es werde erwartet, dass der Brief im Laufe der zweiten Novemberhälfte an die Ständige Vertretung Österreichs in Brüssel übermittelt werde.

Ein Auskunftsersuchen, wie es die Kommission üblicherweise vor Einleitung eines Verfahrens an die österreichischen Behörden richtet, sei bisher noch nicht eingetroffen, hieß es Freitagnachmittag.

Kritik an Ungleichmäßigkeit

Zweiter Hauptkritikpunkt, auf den Brüssel ebenfalls wiederholt hingewiesen hat, sei, dass Handymasten auf öffentlichem Grund von der Steuer ausgenommen sein sollen.

Verschont bleiben von der Steuer sollen rund 700 Sendeanlagen der Nökom, die je zur Hälfte dem Land Niederösterreich und dem Landesenergieversorger EVN gehören.

Die EU-Kommission wolle offenbar mit diesem raschen Vorgehen verhindern, dass andere österreichische Bundesländer dem Beispiel folgen, so die Zeitung weiter. Denn Niederösterreich sei derzeit EU-weit ein Präzedenzfall.