07.10.2005

WIEDER EINMAL

Europas Telekoms im Kaufrausch

Vor allem kleine Ex-Monopolisten wie die dänische TDC und die irische Eircom werden immer wieder als Übernahmekandidaten genannt.

Ins Visier von Schwergewichten wie der spanischen Telefonica und der Deutsche Telekom [DT] sind auch milliardenschwere Konzerne wie die niederländische KPN und der britische Mobilfunkbetreiber O2 geraten.

TDC hat mittlerweile Kontakte zu potenziellen Interessenten bestätigt. Es gebe den "Eingang von nicht bindendenden Hinweisen auf Interesse an dem Unternehmen", teilte der Konzern mit.

Festnetz drängt zum Angriff

Hintergrund der neuerlichen Avancen der Telekom-Firmen ist vor allem die Umsatzerosion im traditionellen Festnetzgeschäft. Darüber hinaus setzt auch die zunehmende Marktsättigung im Mobilfunk die Unternehmen unter Zugzwang.

Nach dem rigiden Schuldenabbau verfügen die Unternehmen wieder über finanziellen Spielraum für Zukäufe. Laut einer Studie der Credit Suisse First Boston liegen in den Kriegskassen von DT, Telefonica, Vodafone, France Telecom [FT] und Telecom Italia bis zu 100 Milliarden Euro bereit. Und das sind auch die Konzerne, die das Tempo vorgeben.

Für 6,4 Milliarden Euro etwa erwarb die FT die spanische Amena und schloss damit für sich eine Lücke auf einem der größten Mobilfunkmärkte in Westeuropa.

Expansion in den Osten

Laut Medienberichten sondiert Telefonica auch den Kauf von KPN und würde damit über E-Plus auf den deutschen Mobilfunkmarkt vordringen. Ihren Expansionshunger unterstrichen die Spanier zudem mit dem Kauf von Cesky Telecom und einer Reihe lateinamerikanischer Mobilfunkfirmen für insgesamt 7,6 Milliarden Euro.

Telefonica wurde zuletzt wie auch die DT als möglicher Käufer für O2 genannt. Zuvor hatte die DT bestätigt, Gespräche mit KPN über eine gemeinsame Übernahme von O2 geführt zu haben.