Mobilkom zahlenmäßig auf Expansionskurs
Die ausländischen Töchter trugen im ersten Halbjahr 22 Prozent zum Gesamtumsatz der mobilkom-Gruppe bei, der von Jänner bis Juni um 4,2 Prozent auf 1,062 Mrd. Euro stieg.
Inklusive der bulgarischen Mobiltel, die im Juli um 1,6 Mrd. Euro gekauft wurde und seit 12. Juli konsolidiert wird, liegt der Umsatzanteil bei 37 Prozent.
Das Betriebsergebnis der Gruppe [EBIT] stieg um 12,3 Prozent auf 238,0 Mio. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] um 6,7 Prozent auf 415,0 Mio. Euro.
Mit dem geplanten Einstieg in Serbien und Bosnien, der für 2006 erwartet wird, will die Mobilfunktochter der Telekom Austria zum größten Handynetzbetreiber "zwischen Donau und Schwarzem Meer" avancieren und die Kundenzahl von derzeit acht auf mehr als zehn Mio. erhöhen, kündigte mobilkom-Chef Boris Nemsic an.
Die Kundenanzahl der Gruppe erhöhte sich von Jänner bis Juni um 4,7 Prozent auf fünf Millionen. Die Zahl der Mitarbeiter der Gruppe ging um 1,6 Prozent auf 3.599 Beschäftigte zurück, inklusive Mobiltel beschäftigt die Gruppe 6.000 Mitarbeiter.
Telekom Austria legt weiter zuDatenumsatz verdoppelt sich jährlich
In Österreich stieg die Kundenzahl der mobilkom im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 3,3 Millionen, bei der kroatischen VIPnet um sieben Prozent auf 1,3 Mio., bei der slowenischen si.mobil um 1,8 Prozent auf 368.000, in Liechtenstein um 28 Prozent auf 3.700, bei der bulgarischen Mobiltel um 18 Prozent auf 3,2 Mio. Kunden.
Äußerst unterschiedlich sind die monatlichen Umsätze pro Kunde [ARPU], die per Ende Juli 2005 in Liechtenstein bei 85 Euro, in Österreich bei 36,1 Euro, in Kroatien bei 20,1 Euro, in Slowenien bei 15,5 Euro und in Bulgarien bei 12,5 Euro lagen.
Der Datenanteil stieg im ersten Halbjahr 2005 um 38 Prozent auf 16,6 Prozent, rund zehn Prozent davon entfallen allerdings auf SMS. Die Datennutzung soll sich laut Nemsic in den kommenden Jahren jährlich verdoppeln.
Nach der Übernahme von tele.ring durch T-Mobile rechnet Nemsic mit einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs und weiterhin günstigen Mobilfunktarifen. Wie viele tele.ring-Kunden T-Mobile verlassen werden, hänge von der Strategie des Unternehmens ab, so mobilkom-Marketingchef Hannes Ametsreiter. Die mobilkom werde die tele.ring-Kunden jedenfalls "nicht direkt attackieren", um sie abzuwerben.
Tele.ring bleibt bis zur Fusion eigenständigHandymasten-Steuer wird abgewälzt
Die Vorwürfe des Niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Prölls [ÖVP], wonach die Mobilfunkbetreiber bequem und einfallslos seien und dem Wirtschaftsstandort Österreich "enormen Schaden" zufügen würden, wies Nemsic zurück.
Die Forderung nach einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft komme zudem "um zehn Jahre zu spät". Jeder Mobilfunker müsse hier zu Lande derzeit mit einem eigenen Netz gewisse Versorgungsauflagen und damit die Lizenzauflagen erfüllen, so Nemsic. Die geforderte gemeinsame Infrastrukturgesellschaft sei damit hinfällig.
Gegen die unter Prölls Ägide beschlossene niederösterreichische Handymasten-Steuer werde das von den Mobilfunkern beauftragte Forum Mobilkommunikation auf nationaler und europäischer Ebene Klagen einbringen, sobald das Gesetz erlassen sei, kündigte Nemsic weiters an.
Die mobilkom werde die Steuer jedenfalls - in Abstimmung mit dem Telekom-Regulator - an die Kunden weitergeben: "Wir werden einen geeigneten Weg dafür finden." Daher seien auch keine entsprechenden Rückstellungen in der Bilanz geplant.
Pröll rechnet mit Handynetz-Betreibern abDen Schätzungen der Mobilfunkbetreiber zufolge werden die Tarife für Gespräche in, von und nach Niederösterreich durch die Steuer um 15 Prozent steigen.
Telefonieren wird bis zu 15 Prozent teurerMorddrohung gegen NÖs ÖVP-Klubobmann
Am Montag hat ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger die Forderung
nach einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft für Handymasten
konkretisiert. Er bekam bereits eine Morddrohung wegen der Steuer.
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