29.08.2005

HALBJAHR 2005

Mobilkom zahlenmäßig auf Expansionskurs

Die ausländischen Töchter trugen im ersten Halbjahr 22 Prozent zum Gesamtumsatz der mobilkom-Gruppe bei, der von Jänner bis Juni um 4,2 Prozent auf 1,062 Mrd. Euro stieg.

Inklusive der bulgarischen Mobiltel, die im Juli um 1,6 Mrd. Euro gekauft wurde und seit 12. Juli konsolidiert wird, liegt der Umsatzanteil bei 37 Prozent.

Das Betriebsergebnis der Gruppe [EBIT] stieg um 12,3 Prozent auf 238,0 Mio. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] um 6,7 Prozent auf 415,0 Mio. Euro.

Mit dem geplanten Einstieg in Serbien und Bosnien, der für 2006 erwartet wird, will die Mobilfunktochter der Telekom Austria zum größten Handynetzbetreiber "zwischen Donau und Schwarzem Meer" avancieren und die Kundenzahl von derzeit acht auf mehr als zehn Mio. erhöhen, kündigte mobilkom-Chef Boris Nemsic an.

Datenumsatz verdoppelt sich jährlich

In Österreich stieg die Kundenzahl der mobilkom im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 3,3 Millionen, bei der kroatischen VIPnet um sieben Prozent auf 1,3 Mio., bei der slowenischen si.mobil um 1,8 Prozent auf 368.000, in Liechtenstein um 28 Prozent auf 3.700, bei der bulgarischen Mobiltel um 18 Prozent auf 3,2 Mio. Kunden.

Äußerst unterschiedlich sind die monatlichen Umsätze pro Kunde [ARPU], die per Ende Juli 2005 in Liechtenstein bei 85 Euro, in Österreich bei 36,1 Euro, in Kroatien bei 20,1 Euro, in Slowenien bei 15,5 Euro und in Bulgarien bei 12,5 Euro lagen.

Der Datenanteil stieg im ersten Halbjahr 2005 um 38 Prozent auf 16,6 Prozent, rund zehn Prozent davon entfallen allerdings auf SMS. Die Datennutzung soll sich laut Nemsic in den kommenden Jahren jährlich verdoppeln.

Handymasten-Steuer wird abgewälzt

Die Vorwürfe des Niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Prölls [ÖVP], wonach die Mobilfunkbetreiber bequem und einfallslos seien und dem Wirtschaftsstandort Österreich "enormen Schaden" zufügen würden, wies Nemsic zurück.

Die Forderung nach einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft komme zudem "um zehn Jahre zu spät". Jeder Mobilfunker müsse hier zu Lande derzeit mit einem eigenen Netz gewisse Versorgungsauflagen und damit die Lizenzauflagen erfüllen, so Nemsic. Die geforderte gemeinsame Infrastrukturgesellschaft sei damit hinfällig.

Gegen die unter Prölls Ägide beschlossene niederösterreichische Handymasten-Steuer werde das von den Mobilfunkern beauftragte Forum Mobilkommunikation auf nationaler und europäischer Ebene Klagen einbringen, sobald das Gesetz erlassen sei, kündigte Nemsic weiters an.