19.08.2005

AUSBLICK

Tele.ring bleibt bis zur Fusion eigenständig

Der viertgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber tele.ring, der kürzlich vom Marktzweiten T-Mobile Austria übernommen wurde, will bis zur tatsächlichen Fusion mit der Tochter der Deutschen Telekom einen vollkommen eigenständigen Kurs fahren.

"T-Mobile ist ein Konkurrent", betonte tele.ring-Chef Michael Krammer am Donnerstagabend. Bis zum Closing des Deals, der bis Jahresende erwartet wird, werde tele.ring weder Produkte noch Werbelinie auf T-Mobile abstimmen.

Trotz der Verunsicherung bei Kunden und Mitarbeitern durch die wochenlangen Übernahmeverhandlungen habe tele.ring im zweiten Quartal 2005 das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt, berichtete Krammer. Bei den Kundenzuwächsen im Fachhandel habe tele.ring von April bis Juni einen Marktanteil von rund 34 Prozent gehabt und mehr als 50.000 neue Mobilfunkkunden dazugewonnen.

Jahresgewinn von 160 Mio. Euro erwartet

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] erhöhte sich von Jänner bis Juni um 32 Prozent auf 80,2 Mio. Euro, das Nettoergebnis wuchs von zwei auf 28 Mio. Euro. Fürs Gesamtjahr sei von einem EBITDA in Höhe von rund 160 Mio. Euro auszugehen, so Krammer.

Der Umsatz sei von Jänner bis Juni trotz der vom Regulator verordneten Senkung der Zusammenschaltungsgebühren, die andere Mobilfunkbetreiber für die Gesprächsweiterleitung an tele.ring zahlen, um knapp neun Prozent auf 251,6 Mio. Euro gestiegen.

Die Zahl der Kunden inklusive Festnetz stieg von 914.800 auf 1,08 Millionen, die Zahl der Mobilfunkkunden erhöhte sich um 25 Prozent auf 968.000. Bis Jahresende will tele.ring auch hier die Millionengrenze überschreiten.

Ob die Marke tele.ring bleibt, ist noch offen. T-Mobile kann die Marke theoretisch als Zweitmarke weiterführen, sie langsam - etwa in den nächsten zwei Jahren - einschlafen lassen oder sie sofort eliminieren. Die Marke tele.ring sei in etwa das Zwei- bis Dreifache des Unternehmensumsatzes - also knapp eine bis 1,4 Mrd. Euro - wert, so Krammer.