Pröll rechnet mit Handynetz-Betreibern ab
Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll [ÖVP], unter dessen Ägide das Land Niederösterreich kürzlich eine Handymasten-Steuer beschlossen hat, wirft den österreichischen Mobilfunkbetreiber "Bequemlichkeit, Einfallslosigkeit und Konkurrenzneid" vor.
Aus diesen Gründen seien die Betreiber "nicht bereit, in einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft aller Mobilfunkbetreiber eine gute Lösung zu finden", sagte Pröll in einem Interview mit dem "Kurier" [Sonntagsausgabe].
Notfalls müsse in Österreich eine gemeinsame Infrastrukturgesellschaft erzwungen werden, meint Pröll. Es wundere ihn, dass sich mit Infrastrukturminister Hubert Gorbach [BZÖ] "ein Verantwortungsträger derart vor einen Karren spannen lässt".
Es gebe gute Gründe für das Vorgehen des Landes NÖ, rechtfertigte Pröll neuerlich die Einführung der Handymasten-Steuer, die ab 2006 in Kraft treten soll: "Die vielen Handymasten schaden der Umwelt".
Pröll verteidigt Handymasten-SteuerMobilfunker wie Maden im Speck
Die "Hauptexponenten" der Mobilfunkbetreiber, mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic und T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl, würden dem Wirtschaftsstandort Österreich "enormen Schaden" zufügen.
Ohne eine Zusammenlegung der Masten würden hunderte Mio. Euro an Rationalisierungsmöglichkeiten nicht genutzt, meint Pröll. Diese Verschleuderung finde auf dem Rücken der Handynutzer statt.
Die Manager der Handynetzbetreiber hätten es sich "auf fett gepolsterten Sesseln bequem gemacht", meint Pröll: "Sie versuchen mit beiden Händen Geld zu scheffeln, ohne sich einen Deut um Land und Leute zu scheren. Eines Tages werden sie absalutieren - unter ihrer Hinterlassenschaft wird aber die Landschaft, die Gesundheit und die Lebensqualität noch lange leiden".
Daher sei es notwendig, "diesem Treiben zumindest eine Diskussion entgegenzusetzen", so Pröll. Denn Nemsic, Pölzl und Co. würden sich so verhalten, "als würde jeder Transportunternehmer eine eigene Autobahn bauen", meint der niederösterreichische Landeshauptmann.
