11.02.2005

ANALYSE

Profitverfall auf dem PC-Markt 2005

Nun hat auch Dell, der Branchenerste im PC-Geschäft, die Analysten mit durchmischten Ausblicken für die kommenden Quartale "enttäuscht", wie es im Börsenjargon heißt. In absoluten Zahlen waren auch die Quartalsgewinne mit 667 Millionen Dollar deutlich niedriger als im Vergleichsquartal des Jahrs davor [749].

Dass Dell - wie Donnerstagnacht bekannt gegeben wurde - 2004 insgesamt ein Rekordjahr abgefeiert hat, war den professionellen Anlegern bereits am letzten Börsentag des Jahres 2004 egal.

Schon mehr von aktuellem Interesse ist, ob Dell sein Vorhaben wahr machen kann, schneller zu wachsen als die prognostizierten zehn Prozent des PC-Markts im Jahr 2005. Vor allem aber: wie sich die Gewinne dabei entwickeln werden.

19 Milliarden Investition auf PC-Markt

Die Übernahme von Compaq - der bis dato größte Deal in der IT-Geschichte - hat zwei Jahre danach noch keine positiven Auswirkungen auf die HP-Bilanz gehabt.

Erfinder des PC-Markts steigt aus

IBM wiederum haben 16 Prozent Zuwächse in der PC-Sparte 2004 nicht davon abgehalten, sein Traditionsgeschäft PCs an den chinesischen Hersteller Lenovo zu verkaufen. Der Deal könnte nur noch an einem Einspruch der US-Regierung scheitern, wenn diese die nationale Sicherheit gefährdet sieht.

Der Verkauf ist jedenfalls gemäß dem Motto von Big Blue: Was auf Dauer zu wenig profitabel ist, das lass andere tun. Dass mit IBM jene Firma aufgibt, die das PC-Geschäft vor zwei Jahrzehnten erfunden hat, sagt im Grunde alles über zu erwartende Profite auf dem PC-Markt ab 2006.

Für die kommenden Preiskämpfe ist Dell eindeutig am besten aufgestellt. Durch den Direktvertrieb haben die Texaner nach Branchenmeinung die effizienteste Lagerhaltung der großen fünf Hersteller. Ganz offensichtlich können sie am schnellsten auf geänderte Marktbedingungen durch neue Kundenwünsche reagieren.