Mobile Gesichtserkennung für LA-Cops
Die Polizei von Los Angeles will in Zukunft verstärkt auf den mobilen Einsatz von Gesichtserkennungssystemen setzen. Dabei werden die Verdächtigen vor Ort fotografiert und mit den Bilder der integrierten Datenbank verglichen.
Derzeit testet die Rampart Division zwei Handheld-PCs des Herstellers Neven Vision im Feldversuch, sucht aber gerade bei der US-Regierung um eine halbe Million Dollar für eine Erweiterung an.
Die Polizei erhofft sich dadurch vor allem eine höhere Quote bei der Erkennung von Tatverdächtigen.
In den bisher acht Wochen Testlauf sind die Geräte laut Polizei bisher 25 Mal zum Einsatz gekommen und haben zu 16 Verhaftungen wegen Bandenbildung und drei Festnahmen wegen bereits begangener Straftaten geführt.
In einem Fall konnte auch die Identität eines vermeintlich Verdächtigen richtig gestellt werden.
Lachen auf Passfotos verbotenKritik an Zuverlässigkeit
Laut Luis Li von der Staatsanwaltschaft hat die Technologie bis dato vor Gericht nur wenig Probleme bereitet, allerdings hat ein Richter einen Fall auch zurückgewiesen, weil er die Technologie selbst in Frage stellte.
Das System werde nur zur ersten Identifikation benutzt. Für eine Anklage würden dann die Fingerabdrücke verglichen, so Li. Seine Behörde sehe keine Datenschutz-Probleme in Zusammenhang mit der Gesichtserkennung. Wenn man auf der Straße stehe, erwarte man keine Datenschutz, so Li weiter.
Bei den Bürgerrechtsaktivisten wie der American Civil Liberties Union [ACLU] stößt das Vorhaben erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe. Die Systeme seien nicht zuverlässig genug, so die Hauptkritik.
In Tampa, Florida, haben die Behörden ein Gesichtserkennungssystem wieder abmontieren lassen, weil es zu keiner einzigen Festnahme geführt hatte.
Biometrie versagt bei der "Terrorabwehr"Konzentration auf bestimmte Regionen
Eine Studie des National Institute of Justice zeigt laut ACLU, dass das Alter sehr wohl die Ergebnisse beeinflusst. Demnach führte der Vergleich von digitalen Fotos, der Aufnahmedatum 18 Monate auseinander lag, zu einer Fehlerquote von 43 Prozent.
Die Software nutzt laut seinem Entwickler Hartmut Neven einen Algorithmus, um die verschiedenen Teile des Gesichts in komplexe mathematische Muster zu übersetzen, die dann in eindeutige Nummernkombinationen übertragen werden.
Seine Software konzentriere sich auf die Zonen unter dem Haaransatz und über dem Kinn, daher würden Bärte oder wechselnde Frisuren die Erkennung nicht beeinflussen, so Neven.
Bewegung, schlechtes Licht und zuviel Abstand erschweren laut Nieven die Erkennung, die größte Hürde seien aber die Kameras und ihre mangelnde Auflösung. Je besser die Qualität der Bilder werde, desto mehr Eigenheiten des Gesichts könne man zum Vergleichen heranziehen, so Neven.
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