29.03.2004

BIOMETRIE

Software erkennt Verdächtige am Lachen

US-Forscher wollen mit der "Lachfalten"-Methode ein neues Verfahren zur Gesichtserkennung gefunden haben.

Die Wissenschaftler der Stony Brook Universität haben ein Computerprogramm entwickelt, das die Gesichtsmukulatur erfasst und den neutralen Gesichtsausdruck eines Menschen mit seinem Lächeln vergleicht.

Das Lächeln soll dabei so individuell wie ein Fingerabdruck sein und eine zuverlässige Gesichtserkennung ermöglichen.

Analyse der Gesichtsmuskulatur

Das Stony-Brook-System, das diese Woche beim Treffen der American Physical Society vorgestellt wurde, untersucht das charakteristische Muster der Gesichtsmuskulatur.

Die Software stellt anhand zweier Fotos einer Person - einmal mit neutralem Gesichtsausdruck, einmal mit Lächeln auf den Lippen - eine Analyse der Haut um den Mund auf. Bereits eine Verschiebung der Hautfältchen um weniger als einen Millimeter genügt zur Zuordnung.

Ob nur schwach gegrinst oder herzhaft gelacht wird, spielt dabei keine Rolle. Selbst wenn versucht wird, ernst zu bleiben und ein Lächeln zu unterdrücken, sollen kleinste Muskelzuckungen dem System die Identität der Person verraten.

Ohne Wissen der Verdächtigen

Nach ersten erfolgreichen Tests wird das System derzeit an 30 Personen getestet. In weiterer Folge könnte die Lachfalten-Gesichtserkennung künftig auf Flughäfen zum Einsatz kommen.

Die Gescannten müssten dabei nicht einmal bemerken, dass sie gerade im Visier der Behörden sind. Eine schnelle Kamera und ein starker Zoom erlauben den Abgleich auch aus der Ferne.

Ob das System auch Botox-unterspritzte oder anderweitig "verzerrte" Gesichter eindeutig identifizieren kann, ist nicht bekannt.