Software erkennt Verdächtige am Lachen
US-Forscher wollen mit der "Lachfalten"-Methode ein neues Verfahren zur Gesichtserkennung gefunden haben.
Die Wissenschaftler der Stony Brook Universität haben ein Computerprogramm entwickelt, das die Gesichtsmukulatur erfasst und den neutralen Gesichtsausdruck eines Menschen mit seinem Lächeln vergleicht.
Das Lächeln soll dabei so individuell wie ein Fingerabdruck sein und eine zuverlässige Gesichtserkennung ermöglichen.
Hohe Fehlerquote
Laut den Forschern sind aktuelle Methoden noch viel zu einfach zu
umgehen. Meist vergleicht eine Software zwei Bilder einer Person
Pixel für Pixel oder indem die Abstände zwischen Mund, Nase und
Augen gemessen werden. Doch schon mit einfachsten Mitteln wie
Make-up oder dunklen Sonnenbrillen seien die Systeme auszutricksen.
Gesichtserkennung erkennt Gesichter nichtAnalyse der Gesichtsmuskulatur
Das Stony-Brook-System, das diese Woche beim Treffen der American Physical Society vorgestellt wurde, untersucht das charakteristische Muster der Gesichtsmuskulatur.
Die Software stellt anhand zweier Fotos einer Person - einmal mit neutralem Gesichtsausdruck, einmal mit Lächeln auf den Lippen - eine Analyse der Haut um den Mund auf. Bereits eine Verschiebung der Hautfältchen um weniger als einen Millimeter genügt zur Zuordnung.
Ob nur schwach gegrinst oder herzhaft gelacht wird, spielt dabei keine Rolle. Selbst wenn versucht wird, ernst zu bleiben und ein Lächeln zu unterdrücken, sollen kleinste Muskelzuckungen dem System die Identität der Person verraten.
Lächeln behindert Gesichtserkennung
Bei der herkömmlichen Gesichtserkennung ist das Lächeln mehr ein
Hindernis, denn eine Hilfe für das System. Zwar ist das "Lächeln mit
geschlossenen Kiefern" auf Passbildern laut der ICAO [International
Civil Aviation Organization] zwar erlaubt, es wird aber nicht
empfohlen.
Schielen auf Passbild wird verbotenOhne Wissen der Verdächtigen
Nach ersten erfolgreichen Tests wird das System derzeit an 30 Personen getestet. In weiterer Folge könnte die Lachfalten-Gesichtserkennung künftig auf Flughäfen zum Einsatz kommen.
Die Gescannten müssten dabei nicht einmal bemerken, dass sie gerade im Visier der Behörden sind. Eine schnelle Kamera und ein starker Zoom erlauben den Abgleich auch aus der Ferne.
Ob das System auch Botox-unterspritzte oder anderweitig "verzerrte" Gesichter eindeutig identifizieren kann, ist nicht bekannt.
