27.05.2002

BIOMETRIE

Bildquelle: visi

Gesichtserkennung erkennt Gesichter nicht

Das Gesichtserkennungssystem des Biometrie-Marktführers Visionics hat in einem Test unter realistischen Bedingungen am Flughafen von Palm Beach gründlich versagt.

Visionics hatte das System in der Hoffnung auf einen Auftrag für den Test gratis installiert.

Die Flughafenbetreiber testeten die Gesichtserkennung, die angeblich 80 Punkte jedes Gesichts aus den Überwachungskamera-Bildern mit einer Datenbank verdächtiger Personen vergleicht, mit Hilfe der eigenen Angestellten, deren Bilder dafür in die Datenbank als "Terroristengesichter" einspeist wurden.

Das System, das eigentlich bei der Übereinstimmung von 14 der 80 Merkmale Alarm schlagen soll, erkannte aber nicht einmal die Hälfte der Testpersonen. Der Flughafen entschied sich danach gegen die dauerhafte Installation eines Gesichtserkennungssystems.

Falscher Alarm

Ebenso war die Rate an falschen Positiv-Meldungen erschreckend hoch. An einem normalen Tag am Flughafen würden über 1.000 Personen fälschlicherweise aufgehalten werden, da sie vom System irrtümlich erkannt wurden.

Den Checkpoint passieren pro Tag aber 5.000 Passagiere. Nach Angaben des Flughafens wäre es unter diesen Umständen unmöglich, auch nur ein einziges Flugzeug abzufertigen.

Terroristen unter Touristen

Wie erst am Wochenende bekannt wurde, wollen die New Yorker Tourismusbehörden digital aufrüsten und alle Besucher der Freiheitsstatue überwachen - und dies ausgerechnet mit dem Gesichtserkennungssystem von Visionics.

Entsprechende Kameras wurden bereits an dem Anleger aufgebaut, von dem aus die Fähren mit den Touristen zur weltberühmten Freiheitsstatue aufbrechen.