Gesichtserkennung erkennt Gesichter nicht
Das Gesichtserkennungssystem des Biometrie-Marktführers Visionics hat in einem Test unter realistischen Bedingungen am Flughafen von Palm Beach gründlich versagt.
Visionics hatte das System in der Hoffnung auf einen Auftrag für den Test gratis installiert.
Die Flughafenbetreiber testeten die Gesichtserkennung, die angeblich 80 Punkte jedes Gesichts aus den Überwachungskamera-Bildern mit einer Datenbank verdächtiger Personen vergleicht, mit Hilfe der eigenen Angestellten, deren Bilder dafür in die Datenbank als "Terroristengesichter" einspeist wurden.
Das System, das eigentlich bei der Übereinstimmung von 14 der 80 Merkmale Alarm schlagen soll, erkannte aber nicht einmal die Hälfte der Testpersonen. Der Flughafen entschied sich danach gegen die dauerhafte Installation eines Gesichtserkennungssystems.
Identix, Anbieter von Fingerabdruck-Systemen, hat erst im Februar in einer "Fusion unter Gleichen" das auf Gesichtskontrollen sowie Fingerabdrücke spezialisierte Technologieunternehmen Visionics übernommen.
Eine biometrische ElefantenhochzeitFalscher Alarm
Ebenso war die Rate an falschen Positiv-Meldungen erschreckend hoch. An einem normalen Tag am Flughafen würden über 1.000 Personen fälschlicherweise aufgehalten werden, da sie vom System irrtümlich erkannt wurden.
Den Checkpoint passieren pro Tag aber 5.000 Passagiere. Nach Angaben des Flughafens wäre es unter diesen Umständen unmöglich, auch nur ein einziges Flugzeug abzufertigen.
Biometrie trotzdem auf dem Vormarsch
Die USA schotten sich nach den Terroranschlägen vom September
gegenüber ausländischen Besuchern systematisch ab und setzen dabei
ungeachtet der Praxistauglichkeit der Systeme auf Biometrie. Der
jüngste Vorstoß ist ein Gesetz, wonach vom Jahr 2004 an Ausländer
nur noch ins Land gelassen werden, wenn sie ein Visum mit
eingeprägten biometrischen Merkmalen wie Fingerabdrücken oder
Iris-Kennung oder einen Pass haben, der die internationalen
Biometrie-Standards erfüllt.
Visum mit Fingerabdruck nötigTerroristen unter Touristen
Wie erst am Wochenende bekannt wurde, wollen die New Yorker Tourismusbehörden digital aufrüsten und alle Besucher der Freiheitsstatue überwachen - und dies ausgerechnet mit dem Gesichtserkennungssystem von Visionics.
Entsprechende Kameras wurden bereits an dem Anleger aufgebaut, von dem aus die Fähren mit den Touristen zur weltberühmten Freiheitsstatue aufbrechen.
Alle Besucher werden demnach von den Kameras erfasst und die digitalen Bilder mit einer Datenbank abgeglichen, in der die Gesichter gesuchter Terroristen gespeichert sind. Schlägt das System Alarm, wird der Besucher sofort festgenommen.
NY-Touristen im Visier der US-Behörden
