Humanoide Pacmans in Singapur
Pacman begeistert seit nunmehr Jahrzehnten die Massen. Nachdem Anfang des Jahres bereits ein Projekt in Manhattan die Spielfigur zum Leben erweckt hat, geht nun eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Singapur noch einen Schritt weiter.
Während virtuelle Realitäten den User in eine computergenerierte Umgebung versetzen, kombiniert die "erweiterte Realität" reale und virtuelle Informationen, um eine digital veränderte Version der realen Welt zu schaffen.
In "Human Pacman" wird ein Mensch als 3-D-Pacman in den Straßen von Singapur ausgesetzt. Ausgerüstet mit einem tragbaren Computer, Headset und Display-Brille bewegt er sich durch die Stadt, seine Bewegungen werden von GPS-Receivern und Bewegungssensoren erfasst und über WLAN auf ein zentrales Computersystem übertragen.
Im Analogspiel "Pac-Manhattan" werden die Spieler von ihren Controllern übers Telefon gesteuert.
Pac-man, wie er leibt und lebtVirtuelle Punkte und reale Zuckertöpfe
Die Spielregeln sind dieselben wie im originalen Arcade-Game, nur dass die neue Version reale und virtuelle Elemente verbindet. Die gelben Punkte, die Pacman sammeln muss, sind rein virtuell und werden vom Spieler über seine Brille wahrgenommen. Aber es gibt auch echte Energiepunkte, die mit Bluetooth-Transceivern ausgerüstet darauf warten, aufgesammelt zu werden.
Der Spieler kann sich aussuchen, ob er lieber Pacman oder einer der Geister sein möchte. Die Spieler "fressen" einander, indem sie einander an der Schulter berühren. Jedoch kann auch Kontakt mit Leuten außerhalb des Spiels aufgenommen werden, die den Spielfortgang beobachten und von Computer-Terminals Nachrichten an die Spielfiguren schicken können.
Laut den Spielentwicklern ist die größte Herausforderung bei "Human Pacman" ein möglichst genaues Tracking der Spieler, damit die virtuellen Elemente zu jedem Zeitpunkt mit der realen Infrastruktur übereinstimmen.
Virtuelle Realität vs. Schmerzen
Studien haben gezeigt, dass Patienten in einer virtuellen
Realität derart abgelenkt werden können, dass sie weniger
Aufmerksamkeit auf die Schmerzsignale ihres Körpers lenken.
Virtuelle Welten mildern SchmerzenMilitärischer Einsatz möglich
Erweiterte Realitäten könnten künftig ihren Einsatz aber nicht nur in Spielen finden. Verschiedenste Forschungsgruppen arbeiten bereits an erweiterten Realitätssystemen, die etwa Chirurgen bei komplizierten Operationen helfen sollen.
Ein weitere Anwendung könnte die Verschmelzung von realer und virtueller Welt auf dem Schlachtfeld von morgen sein. Soldaten, mit einem Display im Helmvisier ausgestattet, bekommen von einer Zentrale Informationen über ihren aktuellen Standort und werden so "ferngesteuert".
Ein ähnliches Projekt wie "Human Pacman" wurde an einer australischen Universität mit dem Ego-Shooter "Doom" realisiert, wo sich der Spieler durch seinen Uni-Campus kämpft.
Soldaten der Zukunft
Kürzlich wurde dem US-Kongress präsentiert, wie sich
Wissenschaftler den Soldaten der Zukunft vorstellen und wie weit man
bei der Umsetzunmg dieser Ideen ist: Bilder aus
Science-Fiction-Filmen kommen dieser Vorstellung schon recht nahe.
High-Tech-Uniformen für 2010
