22.05.2004

"BEAGLE II"

Rennen zum Mars scheiterte an der Zeit

Die Untersuchungen zum Scheitern des europäischen Mars-Roboters "Beagle II" im Dezember vergangenen Jahres sind abgeschlossen.

In dem abschließenden Bericht wird Kritik am Management des Projekts geübt sowie bemängelt, dass nicht ausreichend Tests für die Landung des Roboters gemacht wurden. Allgemein sei demnach das Risiko eines Scheiterns zu hoch gewesen, berichtet die BBC.

In einem Wettlauf mit der US-Raumfahrtagentur NASA wollte die europäische Weltraumagentur ihren Mars-Roboter am 25. Dezember vor der NASA auf dem Mars landen lassen.

Doch nach dem Freisetzen durch die ESA-Sonde "Mars Express" konnten keine Signale des Roboters mehr empfangen werden. Weder Mars-Express noch die erfolgreich gelandeten NASA-Roboter "Spirit" und "Opportunity" konnten seitdem mit Beagle II Kontakt aufnehmen, auch Überreste wurden bis dato nicht gesichtet.

Zuwenig Zeit für ausreichende Tests

Der Bericht stützt sich auf wenige Daten, da bis auf das letzte Bild, als Beagle von Mars Express freigesetzt wurde, keine weiteren aufschlussreichen Informationen vorhanden sind. Im Gegensatz zu den NASA-Robotern war bei Beagle während der Eintritts- und Landephase keine Kommunikation mit der Erde vorgesehen.

Entsprechend konnte der Bericht laut BBC keine technischen Fehler ausmachen, stellt aber Mutmaßungen darüber an, was schief gelaufen sein könnte. Im Bericht werden demnach 19 Empfehlungen und die aus der Mission lernbaren Lektionen angeführt.

Laut Bericht fehlte dem Projekt-Managament aber der Fokus, zudem sei es zu Beginn mit nicht ausreichend Kapital versehen gewesen und schließlich fehlte die Zeit für ausreichende Tests.

Ein-Mann-Projekt

David Southwood, seit 2001 Wissenschaftschef der ESA, wollte das Projekt bereits kippen, entschloss sich aber schließlich zum weitermachen. Er habe das Scheitern aber kommen sehen, so Southwood. Bereits vor dem Launch hätte er gesagt, dass er etwas derartiges nicht wieder erlauben würde.

Konzipiert wurde Beagle II von Colin Pillinger von der britischen Open University, der den Roboter als Zusatz zur Sonde Mars Express sah.

Während er für sein Projekt finanzkräftige Unterstützer suchte, plante und baute er gleichzeitig den Roboter in Rekordzeit. Für Beobachter wie auch Southwood könnte die Doppelbelastung mit ein Grund für das finale Scheitern gewesen sein.

Technisch war die Mission laut BBC eine knappe Sache, alle Ingenieure hätten aber die aufkommenden Probleme eines Landegeräts für den Mars wohl gelöst.