Neu erwachtes Interesse an Raumfahrt
Die neuen Raumfahrtpläne der USA haben weltweit gemischte Reaktionen ausgelöst.
Die Europäische Raumfahrtagentur [ESA] begrüßte das ehrgeizige Weltraumprogramm von US-Präsident George W. Bush am Donnerstag und erklärte Europas Bereitschaft zur Teilnahme an Expeditionen zu Mond und Mars.
Russland kündigte in einer Art Wiederauflage des Raumfahrt-Wettrennens aus den Zeiten des Kalten Krieges eigene Programme zur Erforschung des Mondes und des Roten Planeten an. Die US-Marssonde "Spirit" rollte unterdessen auf der Suche nach Wasser und damit nach Leben über den Mars und sendete spektakuläre Aufnahmen zur Erde.
Die Ankündigung aus den USA sei eine "große und gute Nachricht" und belege das weltweit wachsende Interesse an der Raumfahrt, sagte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain in Paris. Er setze trotz deren derzeitiger Haushaltsprobleme auf eine Beteiligung Deutschlands und Frankreichs.
Die ISS-Partner Russland, Europa und USA sollen Dordain zufolge erstmals Mitte März über Bushs Weltraumpläne beraten.
Mars-Rover "Spirit" ist losgerollt"Große und gute Nachricht"
Die Ankündigung aus den USA sei eine "große und gute Nachricht" und belege das weltweit wachsende Interesse an der Raumfahrt, sagte Dordain in Paris. Er setze trotz deren derzeitiger Haushaltsprobleme auf eine Beteiligung Deutschlands und Frankreichs.
Deutschland etwa könne sich nach seinem Einsatz für die Internationale Raumstation [ISS] nicht von den Nachfolge-Programmen abwenden.
Bis Ende des Jahres werde Russland seine Raumfahrtpläne für den Zeitraum bis 2015 ausarbeiten, sagte der Vizechef der russischen Raumfahrtagentur Rossawiakosmos, Nikolai Moissejew. Dazu könnten auch Projekte zur Erkundung von Mond und Mars gehören. Es gebe zahlreiche Vorschläge von russischen Wissenschaftlern für solche Forschungsflüge.
Der Chef der indischen Raumfahrtbehörde, Masdhavan Nair sagte, Indien, das die Entsendung einer unbemannten Mission zum Mond bis 2008 plant, werde sich an den US-Plänen beteiligen. Eher zurückhaltend äußerte sich Japan. Zunächst seien weitere Informationen über die Pläne aus den USA erforderlich, sagte ein Sprecher der japanischen Behörde zur Erforschung des Weltraums [JAXA].
Mission 2 Mars
Bush hatte am Mittwoch in Washington verkündet, US-Astronauten
würden spätestens bis zum Jahr 2020 zum Mond zurückkehren und dort
eine bemannte Station einrichten. Mit den dort gemachten Erfahrungen
könnten dann auch bemannte Missionen zum Mars "und zu Welten darüber
hinaus" gestartet werden.
Weltraumprogramm als Wahlkampfgag?Mögliche Lebensformen außerhalb der Erde
Auch Europas Raumfahrt-Ingenieure tüfteln bereits seit Jahren am bisher größten Abenteuer der bemannten Raumfahrt, der Reise zum Mars. Die Mitgliedsstaaten der ESA verabschiedeten 2001 das ehrgeizige Langfrist-Programm "Aurora" zur Erkundung des Sonnensystems. Als vorläufiger Höhepunkt ist um das Jahr 2030 die Landung von Menschen auf dem Roten Planeten geplant.
Im Zentrum des Interesses stehen mögliche Formen von Leben außerhalb der Erde. Näher erforscht werden sollen dazu zunächst der Mond und der Mars. Um die monatelangen körperlichen Strapazen für künftige All-Reisende zu simulieren, haben sich bereits Dutzende Freiwillige an mehrwöchigen Tests mit Probeliegen beteiligt. Bedingungen für erfolgreiches Überleben außerhalb der schützenden Erdatmosphäre zählen zu den Forschungsschwerpunkten, dazu andere wesentliche Punkte wie die Entwicklung von Ionen-Antrieben.
Erste Gesteinsproben
Um Mond und Mars besser kennen zu lernen, will die ESA bis 2015
zunächst weitere Roboter-Missionen dorthin entsenden. Europas erste
Mars-Expedition mit der Sonde "Mars Express" betrachtet Dordain als
"Erfolg", auch wenn jedes Lebenszeichen vom Landegerät "Beagle 2"
fehlt. Spätere Missionen sollen unter anderem erste Gesteinsproben
auf dem Planeten sammeln und zur Erde bringen.
Aurora
