Mars-Rover "Spirit" ist losgerollt
Der NASA-Roboter "Spirit" ist zwei Wochen nach der Landung auf dem Mars zu seiner ersten Exkursion aufgebrochen.
Das Fahrzeug war zu Beginn des Marstages mit dem Song "Born To Be Wild" geweckt worden. Dann erfolgte gegen 9.15 Uhr der Marschbefehl. Er verließ gegen 9.30 Uhr MEZ die Landeplattform und rollte mit seinen sechs Rädern einige Meter, bevor er stoppte, um seine Antennen auszurichten.
Die US-Weltraumbehörde NASA erhielt gegen 11.00 Uhr die ersten Fotos des Rovers, welche die verlassene Plattform zeigten.
"Das ist eine große Erleichterung. Wir sind auf dem Mars. Spirit ist gelandet - unsere Räder sind endlich schmutzig", so ein NASA-Mitarbeiter.
Die NASA gab bekannt, dass "Spirit" weniger als zwei Minuten für die drei Meter von seiner Landeplattform auf den Marsboden benötigte. Die Ausfahrt sei laut Technikern der riskanteste Teil der dreimonatigen Erkundungsmission.
"Spirit" jetzt vollständig entpupptErste Tests
Ursprünglich sollte "Spirit" bereits am neunten Tag nach seiner Landung die Rampe verlassen. Doch die Airbags, die den Aufprall des Rovers auf dem Mars abfederten, hatten die Ausfahrt versperrt. Der Rover musste zuerst eine Drehung um 115 Grad vollführen, um die Plattform verlassen zu können.
"Spirit" soll nun einige Tage neben der Plattform geparkt bleiben, um seine Lage bestimmen zu können und erste Tests des Bodens und der Steine durchzuführen. Anschließend soll sich das Gefährt auf den Weg zu einem 250 Meter entfernten Krater machen.
Seine erste Aufgabe war es, mit seinen Panoramakameras die Sonne zu lokalisieren, um damit die Position der Erde zu berechnen und seine Antennen entsprechend auszurichten.
Mit Spannung erwartet die NASA auch die "historische Gelegenheit" am Freitag, wenn die europäische Sonde "Mars Express" in nur 300 Kilometer Höhe direkt über "Spirit" hinwegfliegt. Während "Spirit" dabei nach oben blickt, wird "Mars Express" mit drei Geräten herunterschauen. Diese Beobachtung aus unterschiedlichen Perspektiven erlaube eine optimale Analyse der Atmosphärendynamik, sagte ein Sprecher des Jet Propulsion Laboratory [JPL] der NASA.
Jet Propulsion LaboratoryEhrzeige US-Weltraumpläne
US- Präsident George W. Bush strebt unterdessen die Rückkehr der USA zum Mond an. Zwischen 2015 und 2020 sollen US-Astronauten wieder den Erdtrabanten betreten und dort eine bemannte Station aufbauen, die als Startrampe zum "Mars und Welten dahinter" dienen soll.
Das Weiße Haus schätzt die Kosten für die erste, fünfjährige Phase, in der die Machbarkeit des Projekts ermittelt werden soll, auf zwölf Milliarden USD [rund 9,5 Milliarden Euro]. Elf Milliarden USD sollen durch eine Umstrukturierung des bisherigen Raumfahrtprogramms bereitgestellt werden. Eine weitere Milliarde will Bush im Kongress beantragen.
In ersten Schätzungen ging NASA-Chef Sean OKeefe von insgesamt etwa 150 Milliarden USD aus. Der frühere NASA-Historiker Alex Roland sprach dagegen von Hunderten Milliarden USD, die nötig seien. Und weitere 100 Milliarden seien nötig, um Menschen zum Mars zu bringen.
Bush tritt damit in die Fußstapfen seines Vorgängers Kennedy und dessen "Mann auf dem Mond". Kritiker werfem dem Präsidenten vor, mit dem Programm Wahlkampf betreiben zu wollen.
Mehr dazu in news.ORF.atNeue Raumschiffe bis 2014
Bush nannte mehrere Etappenziele in seiner Rede. Bis zum Jahr 2008 solle der Nachfolger der jahrzehntealten Shuttles entwickelt und bis zum Jahr 2014 für erste bemannte Missionen ausgebaut werden. Erste Missionen mit dem neuen Raumschiff zum Mond könnten dann im Jahr 2015 erfolgen, spätestens im Jahr 2020 soll dann die Rückkehr zum Mond stattfinden.
Zugleich wird die Internationale Raumstation [ISS] nach diesem Plan bis zum Jahr 2010 mit Hilfe der alten Raumfähren fertig gestellt. Ende des Jahrzehnts sollen die Shuttles dann aus dem Dienst genommen werden.
Klar ist damit aber schon, dass für die USA mit der Pensionierung der verbleibenden drei Shuttle-Oldies Ende des Jahrzehnts eine Versorgungslücke entsteht. Für mindestens vier Jahre bis zur Fertigstellung des neuen Shuttles hätten die USA keine Möglichkeit mehr, selbst Astronauten ins All zu bringen.
