03.12.2003

ZWISCHENBILANZ

ESA-Sonde im Anflug auf Roten Planeten

Die vor sechs Monaten gestartete europäische Sonde "Mars Express" wird voraussichtlich in der Nacht auf den 25. Dezember ihr Ziel erreichen.

Derzeit ist "Mars Express" noch rund 4,7 Mio. Kilometer vom Roten Planeten entfernt, mit jeder Sekunde werden es um drei Kilometer weniger.

Während der Satellit "Mars Express" bei der Ankunft in eine Umlaufbahn um den Planeten einschwenken wird, soll der Landeroboter "Beagle II" auf dem Mars aufsetzen.

Österreichische Technologie an Bord

Die Mission steht nicht nur unter österreichischer Projektleitung, auch zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen aus Österreich sind daran beteiligt.

So stammt die thermische Isolation des Satelliten wie bei vielen ESA-Missionen zuvor von Austrian Aerospace, die auch Teile der mechanischen Bodentestausrüstung für "Mars Express" geliefert hat.

Das Institut für digitale Bildverarbeitung des Joanneum Research in Graz wird aus den Bildern von "Beagle II" ein digitales 3-D-Geländemodell der näheren Umgebung berechnen.

Mit den Bildern der Marsoberfläche - rund 150 Millionen Quadratkilometer - aus dem Satelliten wird sich das Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung der Technischen Universität Wien beschäftigen.

Die gesammelten Daten wird das Institut für Weltraumforschung [IWF] der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz auswerten und dabei vor allem die Entwicklung der Marsatmosphäre studieren.

"Champagner schon bestellt"

Schmidt ist zuversichtlich und skeptisch zugleich: "Der Orbiter 'Mars Express' schafft das sicher. Die Landung von 'Beagle II' ist allerdings viel stressiger."

Bremsfallschirme und Airbags sollen dafür sorgen, dass der 60 Kilo schwere "Beagle II", der anfangs mit 20.000 km/h auf den Plantenen zurasen wird, die Oberfläche unbeschadet erreicht.

Nach der Landung soll "Beagle II" sofort ein erstes Foto der Umgebung schießen.

"Den Champagner haben wir schon für 5.00 Uhr bestellt", so Schmidt.

Blur-Song beim ersten Kontakt

Um etwa 6.00 Uhr des 25. Dezember könnte erstmals Kontakt mit "Beagle II" aufgenommen werden. Zu diesem Zeitpunkt kommt der US-Satellit "Odyssey" in Reichweite und könnte mit dem Landeroboter kommunizieren.

Sollte dieser Kontakt nicht funktionieren, und Schmidt rechnet eher nicht damit, kommt "Beagle II" um etwa 23.00 Uhr in das "Gesichtsfeld" einer britischen Radioteleskopstation.

"Beagle II" strahlt einen kontinuierlichen Ton ab. Wird dieser beantwortet, schickt der Landeroboter das erste Foto sowie eine kurze, von der britischen Popband Blur komponierte Melodie in Richtung Erde.