15.05.2003

MARS EXPRESS

Bildquelle: ESA

Österreich fliegt mit zum Mars

Eine große österreichische Beteiligung gibt es bei der Raumsonde "Mars Express" der europäischen Weltraumagentur ESA, die nach jüngsten Mitteilungen am 2. Juni zum Roten Planeten starten soll.

Der Leiter der gesamten Mission, Rudolf Schmidt, stammt aus Österreich. An zahlreichen Einzelprojekten und -experimenten sind zudem österreichische Wissenschaftler beteiligt.

Das Institut für digitale Bildverarbeitung des Joanneum Research in Graz liefert einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projekts. Es soll aus den Bildern der zwei Kameras, die auf dem Robotergreifarm der Sonde "Beagle II" angebracht sind, ein digitales dreidimensionales Geländemodell der näheren Umgebung rund um die Sonde berechnen.

Beteiligung der TU Wien

Mit den Bildern aus dem um den Mars kreisenden Satelliten wird sich das Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung der Technischen Universität Wien beschäftigen. Eine Stereokamera soll mit einer Auflösung von bis zu zehn Metern die gesamte Oberfläche des Planeten - rund 150 Millionen Quadratkilometer - fotografieren.

Auf diese Bilder sollen dann weltweit Wissenschaftler Zugriff haben, um beispielsweise ein detailliertes dreidimensionales Geländemodell des Mars zu berechnen. "Dazu ist die Verwaltung enormer Datenmengen notwendig, wir rechnen mit mindestens zwei Terabyte", erklärt TU-Professor Josef Jansa.

Die TU-Wissenschaftler sind spezialisiert in der Verwaltung großer Gelände- und Bilddatenmengen und haben für das Projekt das "Topographic Mars Information System" [TMIS] entwickelt.

IWF untersucht Marsatmosphäre

Das Institut für Weltraumforschung [IWF] der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz ist eines der Laboratorien, die Zugang zu den gesamten Daten erhalten. "Wir wollen vor allem die Entwicklung der Marsatmosphäre studieren", so Helmut Lammer.

Dazu messen die Wissenschaftler mit mehreren Instrumenten des Satelliten, welche Bestandteile der Atmosphäre und wie viele davon ins Weltall entweichen. Aus diesen Daten hofft man Rückschlüsse ziehen zu können, wie der Planet früher beschaffen war und ob er tatsächlich erdähnlicher war als heute.