23.01.2004

GESCHICHTE

Apples Macintosh wird 20

Apples Macintosh feiert am Samstag seinen 20. Geburtstag. Damit ist allerdings weit mehr verbunden als die Hauptproduktlinie des Computer-Herstellers.

Mit dem ersten Macintosh bekamen die "Personal-Computer" auch in Grundzügen ihr bis heute bekanntes Gesicht: die grafische Oberfläche mit Fenstern, Ordner-Symbolen, dem Papierkorb, Drop-down-Menüs und der Maussteuerung.

Diese heute allen vertrauten Grundelemente wurden jedenfalls am 24. Jänner 1984 zum ersten Mal in ein Serienprodukt integriert - um Jahre später auch via Microsofts Windows endgültig zum Standard zu werden.

PARC und Raskin

Die grundsätzlichen Ideen für die grafische Benutzer-Oberfläche [GUI] des ersten Macintosh sind allerdings nicht von Apple erfunden worden, sondern von Xerox:

Der Kopiermaschinenhersteller eröffnete Anfang der 70er Jahre in Palo Alto ein Forschungszentrum namens "PARC". Dort wurden bahnbrechende Ideen wie Maus [noch einmal], Tablet- und Notebook-Computer, Laserdrucker und Ethernet konzipiert. Die Realisierung erfolgte allerdings meistens durch andere Firmen.

Hirngewaschene PC-Nutzer

Der erste Macintosh, der vor 20 Jahren vorgestellt wurde, war mit einen 68.000er-Prozessor mit acht MHz, 128 KB RAM und einem 400-KB-Diskettenlaufwerk ausgestattet, hatte jedoch keine Festplatte.

Der Rechner kostete 2.495 USD und wurde der dringend benötigte Verkaufserfolg für Apple, das 1984 nicht zuletzt durch den ersten PC-Boom mit einer Krise zu kämpfen hatte.

Entscheidend für das Marketing des ersten Macintosh war der von Ridley Scott gedrehte Werbespot, der die PC-User als graue Masse aus Orwells Roman "1984" darstellt, die durch eine Macintosh-Nutzerin mit einem Vorschlaghammer gerettet werden.

Der Spot war auch firmenintern so umstritten, dass er nur ein Mal im TV ausgestrahlt wurde [zur Superbowl 1984] - und das auch nur, weil die Apple-Gründer Steven Wozniak und Steven Jobs die Kosten selbst trugen.

Der typische Mac-User

Seine bis heute das Klischee des Apple-Nutzers prägenden Konturen bekam der Mac durch den Drucker "LaserWriter" und die Software "PageMaker", wodurch erstmals das Desktop-Publishing erschwinglich und Apple in der Folge der Standard für Grafiker und Zeitungsproduzenten wurde.

Später konnte Apple noch den Musikbereich von Atari dazugewinnen, wodurch das Bild vom typischen, "kreativen" Mac-Nutzer endgültig etabliert wurde.

Mac-Entwicklung

Dem ersten "Macintosh 128k" folgten bald der "Macintosh 256k" und der "Macintosh Plus", der erstmals über eine SCSI-Schnittstelle verfügte und damit von einer Festplatte booten konnte.

Migrationen

1994 wurde dann der erste "Power-Mac" vorgestellt, der auch die Umstellung auf RISC bedeutete, wobei Apple eine fast reibungslose Migration der alten CISC-Software auf die neuen Rechner glückte.

Dieses Kunststück dürfte das Unternehmen auch dazu ermutigt haben, die derzeitige Umstellung sowohl des Betriebssystems von OS 9 auf X als auch der Prozessoren auf 64 Bit zu wagen.