06.04.2003

GESCHICHTE

Bildquelle: parc

Wie Computer "persönlich" wurden

Anfang der 70er Jahren dachte der Kopiermaschinenhersteller XEROX über seine Zukunft nach und eröffnete in Palo Alto ein Research Center namens "PARC".

Im PARC wurden in den 70er Jahren bahnbrechende Ideen wie Maus [noch einmal], Tablet- und Notebook-Computer, Laserdrucker und Ethernet konzipiert. Die Realisierung erfolgte allerdings meistens durch andere Firmen.

Der "Alto"

Vor etwa 30 Jahren nahm in einer von Alan Kay geleiteten Arbeitsgruppe im PARC erstmals das Konzept des heute üblichen "Personal Computer" in Form des "Alto" Gestalt an.

Dabei kamen gleich mehrere für die damalige Zeit revolutionäre Ideen zusammen: Zunächst war dies der Grundgedanke, dass ein Rechner für einen Büroarbeiter an seinem Arbeitsplatz stand.

Dazu kam die grafische Benutzeroberfläche [GUI] mit Icons und Fenstern, die sich auch überlappen konnten. Schließlich kam noch eine Maus mit drei Tasten dazu, mit der der Cursor bewegt werden sollte. Beides beruhte auf der "WYSIWYG"-Idee [What-You-See-Is-What-You-Get], die radikal Abstand von der Texteingabe nahm.

Dem GUI wurde in dem Konzept sogar ein so wichtiger Platz eingeräumt, dass es bis zur Hälfte der Prozessorkapazität beanspruchen konnte - bei den damaligen Preisen ein Affront gegenüber jeder Wirtschaftlichkeit.

Idee von Xerox, Umsetzung von IBM und Apple

In den 70ern wurden zwei experimentelle Generationen des "Alto" entwickelt und gebaut, allerdings hat Xerox das Konzept nie wirklich kommerziell realisiert.

Pioniere bei der Umsetzung der "Personal Computer"-Idee wurden zunächst Firmen Apple [nach einem Besuch im PARC], Commodore und Tandy, allerdings verkauften alle Hersteller zusammen 1980 gerade einmal 327.000 Rechner.

Der Boom der Rechner setzte erst mit dem "PC" von IBM ein, der mit einem Betriebssystem von Microsoft und einem Prozessor von Intel ausgestattet war.

Xerox trennt sich vom PARC

Der angeschlagene Drucker- und Kopiererkonzern Xerox musste sein legendäres Forschungszentrum schließlich aus ökonomischen Erwägungen ausgliedern.