Der PC wird 20
Im August 1981 brachte IBM nach einjähriger Entwicklungszeit den ersten "PC" auf den Markt, die Maschine, "die die Welt verändern sollte".
Zwar gab es schon davor "Personal Computer" unter anderem von Apple, Commodore und Tandy, aber zusammen hatten alle Hersteller 1980 gerade einmal 327.000 Rechner verkauft. Im Jahr 2000 wurden dagegen weltweit 140 Millionen PCs abgesetzt.
Dieser Boom der Rechner setzte erst mit dem PC von IBM ein, der mit einem Betriebssystem von Microsoft und einem Prozessor von Intel ausgestattet war.
Die Entscheidung IBMs, mit dieser relativ "offenen" Architektur zu arbeiten, die es später [und nach Umwegen] anderen Unternehmen erlaubte, in direkte Konkorrenz zu "Big Blue" zu treten, war wahrscheinlich zum Großteil auf den Zeitdruck zurückzuführen, unter dem der erste PC entwickelt wurde. Sie erwies sich auf jeden Fall als extrem folgenreich.
IBM ging um die Jahrhundertwende aus zwei anderen Firmen hervor. Das Unternehmen hatte beim Start des PC schon 80 Jahre lang das Geschäft mit der Datenverarbeitung fast weltweit dominiert. Derzeit ist IBM auf dem PC-Markt nur noch die Nummer drei.
IBM-AnfängeDas dreckige Dutzend
Im Sommer 1980 hatte IBM ein zwölfköpfiges Team mit der Entwicklung eines Personal Computers beauftragt. Offiziell hieß das Projekt "Chess", intern wurde das Team nur "Dirty Dozen" genannt.
Ironischerweise wurde der erste Entwicklungsplan für den PC auf einem "Apple II" entworfen.
Das dreckige Dutzend schaffte es tatsächlich, den PC in nur einem Jahr zu entwickeln, nicht zuletzt durch die Auslagerung des Betriebssystems und des Prozessors.
Am 12. August 1981 wurde der "PC IBM 5150" offiziell vorgestellt, er hatte einen Speicher von 64 KB und kam für 2.665 USD in die Geschäfte. Laut den Mitgliedern des Teams hatte damals allerdings "niemand eine Ahnung, wie erfolgreich der PC werden würde".
Als Werbefigur wurde Charlie Chaplin ausgewählt, der den PC als Werkzeug für "moderne Zeiten" verkaufen sollte.
Die Wahl Chaplins war eigentlich absurd, da sein Film "Modern Times" von 1936 eigentlich Technik-kritisch wenn nicht -feindlich war.
IBM 5150Betriebssystem
Ohne Zweifel war der größte Gewinner des PC-Booms die bis dahin kaum bekannte Firma namens Microsoft, die durch den Erfolg zwischenzeitlich sogar zum weltweit wertvollsten Unternehmen wurde [nach Börsenwert].
Microsoft, erst 1975 gegründet, verkaufte IBM das Betriebssystem MS-DOS für 80.000 USD - behielt aber die Lizenzrechte an dem OS, was wahrscheinlich das beste Geschäft der Geschichte war.
MS hatte DOS, die Basis für MS-DOS und später Windows, für 50.000 USD erworben.
IBM hatte zwar zwischenzeitlich ein anderes Betriebssystem der Firma Digital Research für den PC im Auge, doch diesem Unternehmen gefielen die angebotenen Vertragsbedingungen nicht, offensichtlich in erster Linie wegen eines generellen Misstrauens gegenüber "Big Blue", sodass man auf Microsofts MS-DOS zurückkam.
Letztes Jahr hat allerdings zunächst Cisco Microsoft als wertvollstes Unternehmen abgelöst.
Cisco überholt MicrosoftProzessor
Intel existierte zwar 1981 schon seit mehr als zehn Jahren, aber der Aufstieg zur heutigen Größe und Bedeutung des Konzerns ist ebenfalls eng mit der Geschichte des PC verknüpft.
IBM entschied sich bei der PC-Entwicklung für den "8088"-Prozessor von Intel, der auf der Architektur des "8086" von 1978 basierte.
Intel wurde allerdings nicht über den genauen Verwendungszweck für seinen Chip informiert, Intel-Ingenieure mussten daher teilweise absurde Situationen meistern, bei denen Prototypen in einem uneinsehbaren Teil des Besprechungszimmers standen, IBM-Techniker Probleme beschrieben und die Intel-Angestellten letzte Änderungen dann "blind" vorschlagen mussten.
Diese Prozeduren haben sich für Intel allerdings gelohnt, das Unternehmen, für das der PC letztlich den Einstieg ins Konsumentengeschäft bedeutete, konnte seine Gewinne von 854 Millionen USD im Jahr 1980 auf 33,7 Milliarden im letzten Jahr steigern.
Das Gleiche gilt in anderen Dimensionen natürlich auch für AMD, das schon seit geraumer Zeit im Fahrwasser von Intel aktiv war und auch schon vor den PC-Prozessoren vor allem mit Klonen der Intel-Chips operierte.
Intels Prozessor-GeschichteSerie
In loser Folge wird die FuZo in der nächsten Zeit noch einige Aspekte der Entwicklungsgeschichte des PC behandeln.
