06.10.2003

DEUTSCHLAND

Softwareprobleme stoppen Lkw-Maut

Wegen gravierender Softwarefehler muss die Einführung der Lkw-Maut in Deutschland zum zweiten Mal verschoben werden.

Erst am 15. Oktober könne wichtige Software für das System aufgespielt werden, so ein Sprecher des deutschen Verkehrsministers Manfred Stolpe nach einem Krisengespräch mit Vertretern des Betreiberkonsortiums Toll Collect am Sonntag.

Diese sei Voraussetzung für die letzte Probephase, für die laut Vertrag mindestens vier, eigentlich sogar acht Wochen vorgesehen sind. Damit ist der 2. November als geplanter Termin für die Einführung der Maut nicht mehr zu halten.

Neue Termine wurden keine genannt, der Ministeriumssprecher bekräftigte, die Bekanntgabe neuer Fristen für den Maut-Start sei Sache des Konsortiums.

Fehlerliste mit 86 Punkten

Vor einer Woche war bei einem Treffen von Fachleuten des Konsortiums - aus DaimlerChrysler Services, der Deutschen Telekom und dem privaten französischen Autobahnbetreiber Cofiroute - eine Mängelliste mit 86 Einzelpunkten erstellt worden.

Das gravierendste Problem: Die Einwahlsoftware für das satellitengestützte System funktioniere nicht, weder automatisch noch manuell.

Die Liste solle nun unverzüglich abgearbeitet werden, damit der Probebetrieb so schnell wie möglich starten könne, erklärte Toll Collect. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

Das computergestützte Mautsystem macht seit Wochen Negativschlagzeilen. Nach jahrelangen Planungen sollte das System bereits zum 31. August 2003 starten. Der Start platzte, weil das System nicht betriebsbereit war.

Frage der Haftung

Das deutsche Verkehrsministerium will nun über die Einnahmeausfälle und die Haftung des Konsortiums verhandeln. Pro Monat entgehen dem deutschen Staat nach Angaben des Ministeriums 156 Millionen Euro.

In einer gemeinsamen Erklärung mit Toll Collect heißt es, der Vertrag werde angepasst und alle Fragen, die sich aus der Terminverschiebung ergäben, würden einvernehmlich geklärt.