Finanzinvestor Apollo steigt bei Infineon ein
Bis zu 30 Prozent über neue Aktien
Der US-Finanzinvestor Apollo steigt mit bis zu 29,99 Prozent beim verlustreichen deutschen Chiphersteller Infineon ein. Das Münchner Unternehmen erhofft sich von einer Kapitalerhöhung um 337 Millionen Aktien einen Mittelzufluss von 725 Millionen Euro, die vor allem zur Schuldentilgung verwendet werden sollen, wie Infineon am Freitag mitteilte.
Die neuen Aktien werden zu je 2,15 Euro ausgegeben, fast 17 Prozent unter dem Schlusskurs vom Donnerstag. Apollo habe sich verpflichtet, bis zu 326 Millionen Aktien zu zeichnen, soweit sie nicht von den Altaktionären bezogen werden. Diese können für je neun Aktien vier neue kaufen. Apollo will mit mindestens 15 Prozent bei Infineon einsteigen und den nächsten Aufsichtsratschef stellen.
Infineon steckt tief in der Verlustzone, hatte Anfang der Woche aber die Börse mit dem Verkauf seines Geschäfts mit Chips für die Festnetz-Telekommunikation an den Fonds Golden State Capital überrascht und damit den Kurs nach oben getrieben. Die Sparte galt als Tafelsilber von Infineon.
Finanzinvestoren wie Apollo hatten in der Vergangenheit stets auf die Übernahme von Mehrheitsbeteiligungen gepocht. Dafür fehlt aber durch die eingeschränkten Möglichkeiten zur Beschaffung von Fremdkapital derzeit die Gelegenheit. Zuletzt war Apollo als Aufkäufer von faulen Unternehmenskrediten auf dem Sekundärmarkt aufgefallen, so beim Baustoffhersteller Monier ("Braas") und der Holding der ProSieben-Eigentümer, Lavena.
(Reuters)
