VimpelCom-Anteile vor Versteigerung
Russische Gerichtsvollzieher haben den Verkauf der beschlagnahmten VimpelCom-Anteile der norwegischen Telekomfirma Telenor angeordnet.
Die Gerichtsvollzieher in Russland haben am Freitag die Versteigerung der VimpelCom-Anteile der norwegischen Telekomfirma Telenor angeordnet, wie die "Financial Times" ("FT") am Samstag berichtete.
Die Veräußerung des beschlagnahmten 26,6-prozentigen Aktienpakets des russischen Mobilfunkanbieters VimpelCom erfolge, um die Entschädigungszahlung in der Höhe von 1,73 Milliarden Dollar (1,23 Mrd. Euro) begleichen zu können. Bei VimpelCom ist seit Anfang April Ex-Telekom-Austria-Boss Boris Nemsic neuer Chef.
Zeitpunkt der Versteigerung unklar
Unklar sei noch, wie schnell es zur Versteigerung kommen soll. Der für die Auktion zuständige nationale Immobiliendienst in Russland gab bekannt, dass für den üblichen Verfahrensablauf zwei Monate Vorbereitung notwendig seien. Seitens der Gerichtsvollzieher hieß es zuvor, dass der Verkauf unter einer "vereinfachten Prozedur" stattfinden könne, womit ein früherer Verkaufszeitpunkt möglich wäre.
Telenor würde damit seine Anteile an VimpelCom verlieren, noch bevor es zu einer Entscheidung über die Berufung gekommen wäre. Diese wurde für diesen Monat erwartet, dann jedoch auf den 30. September verschoben. In einer Stellungnahme meinte Telenor, dass ein Verkauf vor dem Stichtag "ungeheuerlich" wäre, so die "FT".
Streit zwischen Telenor und Alfa Group
Der Streit zwischen der norwegischen Telenor und ihrem russischen Partner Alfa Group eskalierte im März dieses Jahres, nachdem ein russisches Gericht entschied, Telenor-Anteile an VimpelCom beschlagnahmen zu lassen, an der beide Partner große Anteile halten. Die Norweger sprachen von Diebstahl und warfen Alfa vor, sie mit Hilfe von Gerichten aus der Firma drängen zu wollen.
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Telenor-Vertreter im Aufsichtsrat von VimpelCom den Einstieg in den ukrainischen Markt blockiert hätten. Die VimpelCom dadurch entstandenen Verluste für 2004 und 2005 bezifferte das Gericht auf 1,73 Milliarden Dollar.
(AP/futurezone)
