Streit über VimpelCom eskaliert
Russisches Gericht lässt Telenor-Anteil beschlagnahmen
Der Streit zwischen der norwegischen Telekomfirma Telenor und ihrem russischen Partner Alfa Group ist am Donnerstag eskaliert. Ein russisches Gericht entschied, Telenor-Anteile an der Firma VimpelCom beschlagnahmen zu lassen, an der beide Partner große Anteile halten. Die Norweger sprachen von Diebstahl und warfen Alfa vor, sie mit Hilfe von Gerichten aus der Firma drängen zu wollen. Die VimpelCom ist ab 1. April neuer Arbeitgeber des scheidenden Telekom-Austria-CEOs Boris Nemsic.
"Es handelt sich um ein illegales Vorgehen, das von russischen Gerichten unterstützt wird und dem Ansehen Russlands schadet", erklärte Telenor. Rückendeckung erhielt Telenor von der norwegischen Regierung: Industrieminister Sylvia Brustad erklärte, alles Mögliche zur Unterstützung von Telenor zu tun. Der Fall sei zum wichtigsten Thema der bilateralen Beziehungen zwischen Norwegen und Russland geworden, sagte sie weiter.
Kläger auf Jungferninseln
Die Alfa Group, die vom russischen Milliardär Michail Fridman geführt wird, wies die Vorwürfe zurück. Die Firma habe mit der Klage, die von einem kleinen VimpelCom-Anteilseigner mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln eingereicht wurde, nichts zu tun. Sie wirft den Norwegern im Gegenzug vor, Alfa mit Hilfe eines Gerichtsprozess in den USA aus einer Gemeinschaftsfirma in der Ukraine drängen zu wollen.
Das Fall erinnert an die Streitigkeiten zwischen russischen Milliardären und dem britischen Ölriesen um den gemeinsamen Energiekonzern TNK-BP. Die Querelen hatten in Europa regelmäßig für Schlagzeilen gesorgt.
(Reuters/futurezone)
