Kamerahersteller Leica rutscht ins Minus
Hohe Umsatzeinbußen in Fotosparte
Der deutsche Kamerahersteller Leica schreibt rote Zahlen: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2008/2009 (per Ende März) verzeichnete der Konzern einen Fehlbetrag von 7,2 Millionen Euro. Zurückhaltende Käufer verursachten zudem Umsatzeinbußen bei dem traditionsreichen Unternehmen. Wie die Leica Camera AG am Freitag im mittelhessischen Solms mitteilte, verschlechterte sich das Konzernergebnis um 13,7 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs wurde ein Umsatz von 52 Millionen Euro erzielt nach 88,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich im Konzern von 987 auf 1.061.
Grund: Zurückhaltung bei Käufern
In der Fotosparte hat sich im Sechsmonatszeitraum der Umsatz mit 30,6 Millionen Euro binnen Jahrefrist mehr als halbiert. Auch in der Sportoptik sanken die Erlöse - wenn auch nicht ganz so stark.
Als Gründe für das negative Ergebnis führte das Unternehmen erhöhte Aufwendungen für Entwicklungen und die verminderten Umsatzerlöse an. Der Umsatzrückgang wurde mit der Kaufzurückhaltung vor der Fachmesse photokina im Oktober 2008 in Köln, mit negativen Konjunkturentwicklungen auf den Absatzmärkten und dem Auslaufen von Produkten begründet. Nach der photokina, bei der neue digitale Produkte vorgestellt worden waren, seien aber erhöhte Auftragseingänge zu verzeichnen, die einen höheren Umsatz für das zweite Halbjahr erwarten ließen, hieß es in der Mitteilung.
Digitalfotografie verschlafen
Der Vorstand rechnet für das Geschäftsjahr 2008/2009 weiterhin "mit einem Konzernfehlbetrag im höheren einstelligen Euro-Millionenbereich". Grund seien Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, der verzögerte Markteintritt neuer Produkte sowie die getrübte konjunkturelle Lage und die Schwierigkeiten auf den Finanzmärkten. Für das Folgegeschäftsjahr 2009/2010 sei ein "ausgeglichenes bis leicht positives Ergebnis" möglich.
Ende der 90er Jahre hatte Leica den Einstieg in die Digitalfotografie verpasst und war deshalb in eine Existenzkrise geraten. Nach einem harten Sanierungskurs hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2007/2008 im zweiten Geschäftsjahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Der österreichische Mehrheitseigentümer, die ACM Projektentwicklung GmbH aus Salzburg, hält derzeit 96,5 Prozent der Leica-Anteile.
(APA/dpa)
