Rechtsstreit um Leica-Börsenrückzug
Klagen gegen Zwangsabfindung
Der Rechtsstreit um den vom Kamerahersteller Leica geplanten Rückzug von der Börse wird am Dienstag das Landgericht Frankfurt beschäftigen. Gegen die von der Hauptversammlung im November beschlossene Zwangsabfindung [Squeeze-out] der Minderheitsaktionäre seien mehr als zehn Klagen eingegangen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Frankfurt.
"Wir sehen dem Gerichtstermin optimistisch und gelassen entgegen", sagte ein anwaltlicher Vertreter von Leica, der die Anfechtungsklagen für unbegründet hält.
Die Leica-Mehrheitseigentümerin, die ACM Projektentwicklung GmbH aus Salzburg, will das Traditionsunternehmen komplett übernehmen und die Minderheitsaktionäre per Barabfindung aus dem Unternehmen drängen. Nach letzten Angaben hält ACM 96,5 Prozent der Anteile.
Nach Sanierung in den schwarzen Zahlen
Leica, Pionier der Kleinbildfotografie, hatte Ende der 90er Jahre den Einstieg in die Digitalisierung verpasst und war deshalb in eine Existenzkrise geraten. Mit einer Kapitalerhöhung hatte sich der Konzern frisches Geld beschafft.
Nach einem harten Sanierungskurs hatte Leica zuletzt wieder schwarze Zahlen geschrieben. Dazu hatte vor allem die starke Nachfrage nach digitalen Kompaktkameras beigetragen.
(futurezone | dpa)
