Leica mit Digitalkameras in Gewinnzone
Umsatzsprung um 71,2 Prozent
Der Sanierungskurs beim mehrheitlich in österreichischem Besitz befindlichen Kamerahersteller Leica trägt weiter Früchte: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2007/2008 [31.3.] sprang der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 71,2 Prozent auf 88,8 Mio. Euro. Wie die Leica Camera AG am Mittwoch im hessischen Solms mitteilte, sorgte vor allem die steigende Nachfrage nach digitalen Kompaktkameras sowie Messsucherkameras für den Umsatzschub im Zeitraum April bis Ende September.
Positives Jahresergebnis angestrebt
Der Konzernüberschuss erhöhte sich auf 6,5 Mio. Euro. Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2006/2007 war noch ein Verlust von 4,2 Mio. Euro ausgewiesen worden. Für das Gesamtjahr strebt Leica ein positives operatives Ergebnis an.
Leica, der Pionier der Kleinbildfotografie, hatte Ende der 90er Jahre den Einstieg in die Digitalisierung verpasst und war deshalb in eine Existenzkrise geraten. Mit einer Kapitalerhöhung hatte sich der Konzern frisches Geld beschafft. Nach einem harten Sanierungskurs waren im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben worden. In Solms hat der Kamerahersteller derzeit 425 Mitarbeiter, konzernweit sind es 990.
Squeeze-out steht bevor
Der neue Mehrheitseigentümer, die ACM Projektentwicklung GmbH aus Salzburg, will Leica komplett übernehmen und Minderheitsaktionäre per Barabfindung aus dem Unternehmen drängen. Das beschloss die Hauptversammlung der Leica Camera AG am 20. November. Einige Aktionäre und Aktionärsvertreter legten dagegen Widerspruch ein. Nach letzten Angaben hält ACM 96,5 Prozent der Anteile. ACM will Leica von der Börse nehmen.
(APA)
