Leica stellt neues digitales System vor
S-System will Mittelformat Konkurrenz machen
Zum Start der Kölner Fachmesse Photokina am Dienstag hat der deutsche Hersteller Leica, der seit 2007 mehrheitlich der ACM Projektentwicklung GmbH aus Salzburg gehört, ein vollständig neu entwickeltes digitales Spiegelreflexsystem vorgestellt, das Mitte 2009 auf den Markt kommen soll. Zum Preis des neuen Systems gab Leica noch nichts bekannt. Es ist nicht mit den bestehenden Systemen des Herstellers kompatibel.
Herz des neuen Leica-S-Systems ist ein Sensor des US-Herstellers Kodak, der bei einer Fläche von 30 mal 45 Millimetern eine Auflösung von 37,5 Megapixeln bietet. Das Seitenverhältnis ist wie beim Kleinbild 3:2. Sensoren im Kleinbildformat, die in den Oberklassemodellen von Canon, Nikon und Sony eingesetzt werden, haben eine Fläche von ca. 24 mal 36 Millimetern und lösen mit zwölf Megapixel [Nikon D700] bis 24,6 Megapixel [Sony A900] auf.
Überformat vs. Mittelformat
Die im August vorgestellte digitale Mittelformatkamera AFi 10 des Herstellers Leaf bietet dagegen eine Sensorgröße von 56 x 36 Millimetern bei einer Auflösung von 56 Megapixeln. Am ähnlichsten ist das S-System vom Einsatzgebiet her noch der Mittelformat-AF-DSLR Mamiya ZD, deren Sensor 48 mal 36 Millimeter groß ist und mit 21,3 Megapixeln auflöst.
Laut Leica soll das mit Autofokus ausgestattete S-System dem Fotografen die Mobilität einer soliden Kleinbild-Profikamera bieten und dabei - auch mit Hilfe der hochwertigen Optiken - qualitativ in die Nähe eines Mittelformat-Rückteils kommen. Mit dem dänischen Unternehmen Phase One, das Mittelformat-Rückteile und RAW-Konverter anbietet, hat Leica im Vertriebs- und Servicebereich ein Kooperationsabkommen geschlossen.
Die CPU der S2 wurde mit dem japanischen Konzern Fujitsu entwickelt. Mit dem Zentralverschluss, der in die Objektive integriert ist, sollen Blitzsynchronzeiten von bis zu 1/500 Sekunde möglich sein.
