13.03.2003

VERWIRRUNG

Bildquelle: JW

Jowood widerspricht Übernahmegerüchten

Der angeschlagene österreichische Computerspielehersteller Jowood steht "möglicherweise" kurz vor dem Verkauf.

Wie das "WirtschaftsBlatt" berichtet, soll bereits mit einem strategischen Partnern über einen Einstieg verhandelt werden. Auch eine Übernahme wird nicht ausgeschlossen. "Sie sind bedeutend größer als wir und an uns herangetreten", zitiert die Zeitung Jowood-Finanzvorstand Manfred Pistauer.

Jowood hat allerdings inzwischen die "Übernahmegerüchte" dementiert: "Im Gegensatz zu anders lautenden Gerüchten in österreichischen Wirtschaftsmedien hält Jowood Productions Software AG an einer Betriebsfortführung unter eigenständiger Struktur fest", teilt das Unternehmen mit.

Eine "engere Zusammenarbeit mit Partnern" werde angestrebt, sei allerdings mittelfristiges Ziel und stehe derzeit nicht im Fokus des Restrukturierungskonzepts. An dem im Jahr 2002 begonnenen Restrukturierungskonzept werde festgehalten, die Umsetzung laufe plangemäß, so Jowood weiter.

Zuvor hatte Finanzvorstand Pistauer dem "WirtschaftsBlatt" allerdings das Gegenteil berichtet: Die fortlaufende Finanzierung klappe nicht nach Wunsch. "Eine Bank schert aus", so Pistauer.

Weitere Kapitalerhöhung

Wie bereits am Mittwoch mit Veröffentlichung einer Einladung zur Hauptversammlung bekannt wurde, plant Jowood Ende März die Beantragung einer weiteren Kapitalerhöhung.

Bis zu fünf Millionen junge Aktien zum Stückpreis von einem Euro sollen genehmigt werden. Das Grundkapital soll damit von derzeit 10,7 Mio. Euro auf bis zu 15,7 Mio. Euro aufgestockt werden.

Übernimmt der vom Finanzvorstand erwähnte neue Partner alle jungen Aktien, käme er auf knapp mehr als 30 Prozent der Anteile. Damit müsste es in diesem Fall auch ein Übernahmeangebot für alle übrigen Aktionäre geben, was in einen Börsenrückzug münden könnte.

Vertriebstöchter

Weiterhin unklar ist unterdessen das Schicksal der beiden großen Jowood-Vertriebstöchter Dynamic Systems und der erst im Sommer 2001 zugekauften deutschen Leisuresoft.

Im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft Spieleentwicklung stünden diese zum Verkauf, ließ das Unternehmen vor rund einem Monat verlauten, um einige Stunden später die eigene Aussage gleich wieder drastisch zu relativieren:

Ein Verkauf der beiden Vertriebstöchter müsse jetzt "nicht unbedingt notwendig sein".